Rekord-CSD in Cottbus: 1.000 Menschen feiern trotz rechtsextremer Proteste und Vandalismus

Elisa Gude
Elisa Gude
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Eine große Gruppe von Menschen mit Fahnen und Schildern steht vor einem Gebäude, mit einem Mast im Vordergrund und Bäumen zu beiden Seiten, bei einer Gay-Pride-Parade in Berlin.Elisa Gude

Rekord-CSD in Cottbus: 1.000 Menschen feiern trotz rechtsextremer Proteste und Vandalismus

Cottbus verzeichnete größte Christopher-Street-Day-Parade aller Zeiten mit Energie Cottbus als Schirmherr

Am Samstag fand in Cottbus, unterstützt von Energie Cottbus, die bislang größte Christopher-Street-Day-(CSD)-Parade statt, an der fast 1.000 Menschen teilnahmen. Das Event markierte den Abschluss der Pride-Saison in Ostdeutschland und stand im Zeichen von Forderungen nach mehr gesellschaftlicher Akzeptanz und höherer Förderung queerer Initiativen. Trotz Rekordbeteiligung berichteten die Veranstalter von zunehmender Feindseligkeit, darunter Vandalismus und rechtsextreme Proteste.

Die Parade begann mit einem farbenfrohen Aufmarsch, angeführt von der Dragqueen Miss Cherry Moonshine und einem Storch in roten Hosen. Ein 20 Meter langer Regenbogenflagge wurde durch die Stadt getragen. Reden auf Ukrainisch, Russisch, Arabisch und Polnisch unterstrichen die internationale Solidarität und machten auf die Kämpfe queerer Communities in diesen Ländern aufmerksam.

Die Organisatoren hatten mit etwa 500 Teilnehmenden gerechnet, doch die Zahl verdoppelte sich nahezu. Rund 200 Unterstützer:innen reisten aus anderen Städten an, doch es kam später zu verbalen Auseinandersetzungen mit Fans des FC Energie Cottbus. Zwei rechtsextreme Gegenkundgebungen waren geplant, doch nur etwa 90 Personen erschienen und schlossen sich unter dem Banner "Unsere Stadt bleibt hetero!" zusammen.

Die Veranstaltung fand in einem angespannten Umfeld statt. Bereits am Freitagabend waren Regenbogenflaggen am Veranstaltungsort beschädigt worden. Eine Woche zuvor hatte es einen mutmaßlichen Brandanschlag auf das queere Zentrum Regenbogenkombinat gegeben. In Guben wurde eine Sozialarbeiterin belästigt – unter anderem wurde auf eine Pride-Torte gespuckt und eine Regenbogenflagge abgerissen. Der Cottbuser CSD-Organisator Christian Müller berichtete zudem von Schwierigkeiten, Ehrenamtliche zu gewinnen, da viele Angst vor Repressalien hätten.

Die Teilnehmenden forderten politische Veränderungen, darunter eine Erhöhung des Budgets für den Aktionsplan Queeres Brandenburg von 224.000 auf 500.000 Euro. Seit 2023 hat die Landesregierung Maßnahmen umgesetzt, etwa Diversitätstrainings an Schulen und die Förderung von Beratungsstellen. Lokale Gruppen wie die Aidshilfe Lausitz kritisieren jedoch die langsame Umsetzung und unzureichende Mittel, während die Opferperspektive Brandenburg den Opferschutz nur als "teilweise wirksam" bewertet.

Der CSD Cottbus 2025 stellte einen neuen Teilnehmerrekord auf – ein Zeichen für wachsende Unterstützung, aber auch für anhaltende Herausforderungen. Vandalismus, Brandstiftung und rechtsextreme Gegenproteste zeigen, wie sehr queere Sichtbarkeit in der Region weiterhin umkämpft ist. Veranstalter:innen und Teilnehmende fordern weiterhin stärkere politische Maßnahmen und mehr gesellschaftliche Akzeptanz.

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