Artenschutz versagt: Kreuzkröten in Meerbusch-Osterath bedroht durch Bauarbeiten

Elisa Gude
Elisa Gude
2 Min.
Ein Schild an einem Kettenzaun trägt die Aufschrift "Keine Tiere erlaubt" umgeben von saftigem Grün, Pflanzen und Bäumen, mit einer Wand im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.Elisa Gude

Artenschutz versagt: Kreuzkröten in Meerbusch-Osterath bedroht durch Bauarbeiten

Die Aktionsgruppe Meerbusch für Tierrechte und Naturschutz hat schwere Vorwürfe gegen die Bauarbeiten des Netzbetreibers Amprion im Ortsteil Osterath erhoben. Seit 2023 untersucht die Initiative, ob die vorgeschriebenen Artenschutzmaßnahmen für die Kreuzkröte – eine streng geschützte und hochgradig bedrohte Amphibienart – ordnungsgemäß wurden. Ihre Erhebungen deuten auf wiederholte Versäumnisse beim Schutz des Lebensraums hin.

Wie die Gruppe in ihren Recherchen feststellte, war ein Schutzzaun, der Amphibien von der Baustelle fernhalten sollte, nicht wie von Amprion zugesagt bis zum 31. März 2023 vollständig fertiggestellt. Zwischen Ende Juni 2023 und Ende November 2025 dokumentierten Kontrollgänge fehlerhafte Montagen und Lücken in der Barriere. Zudem blieben Zugangstore mehrfach über Nacht geöffnet, sodass Tiere auf das Gelände gelangen konnten.

Auf der ausgewiesenen Ausgleichsfläche im Süden Osteraths wurden bisher keine neuen Tümpel oder Mulden angelegt – doch genau solche Feuchtstellen sind für die Laichplätze der Kreuzkröte unverzichtbar. Sowohl die Behörden als auch Amprion bestätigten, dass keine Wiederherstellung der zerstörten Laichhabitate am Standort "Im Siep" geplant ist. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) hatte das Projekt auf Basis eines ökologischen Begleitplans genehmigt, doch sieben der acht Seiten dieses Dokuments – inklusive aller Fotos – wurden geschwärzt.

Die Aktionsgruppe hat Amprion und die UNB wiederholt um Aufklärung gebeten, bewertet die erhaltenen Antworten jedoch als unzureichend. Infolgedessen hat sie nun eine auf Umweltrecht spezialisierte Anwältin beauftragt, um bei der UNB eine formelle Beschwerde wegen Verstößen gegen den Artenschutz einzureichen.

Die Kreuzkröte zählt zu den am stärksten gefährdeten Amphibien Mitteleuropas; ihr Schutz erfordert strenge Auflagen für den Erhalt ihres Lebensraums. Der Rechtsweg der Meerbuscher Initiative wird zeigen, ob weitere Schritte nötig sind, um diese Vorgaben durchzusetzen. Bisher gibt es keine bestätigten Ersatz-Laichgewässer für die betroffene Population.

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