09 May 2026, 02:13

Nitratbelastung in Brunnen: Warum Mönchengladbach auf Bäume zwischen Äckern setzt

Metallischer Gießkann auf einem grünen Feld mit Pflanzen, Bäumen, Strommasten, einem Schild, Fahrzeugen, Gebäuden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Nitratbelastung in Brunnen: Warum Mönchengladbach auf Bäume zwischen Äckern setzt

Hohe Nitratwerte in privaten Brunnen sorgen für Besorgnis über die Wasserqualität in Deutschland

In mehreren Regionen Deutschlands wurden erhöhte Nitratwerte in privaten Brunnen gemessen, was Fragen zur Trinkwasserqualität aufwirft. Besonders in Mönchengladbach, wo der Großteil der Ackerflächen baumfrei ist, setzen Fachleute auf Agroforstwirtschaft als Lösung, um die Umweltverschmutzung zu verringern, ohne die Ernteerträge zu gefährden. Umweltverbände fordern nun die Bundesregierung auf, diese Anbaumethode stärker zu fördern.

Aktuelle Tests in Mönchengladbach zeigten besorgniserregende Nitratkonzentrationen in mehreren Brunnen. Die höchsten Werte wurden in Hehn (162 mg/l), Merreter (146 mg/l) und Varbrook (128 mg/l) gemessen. Auch in Broich (123 mg/l) und Neuwerk (100 mg/l) lagen die Werte über den zulässigen Grenzwerten. Demgegenüber wiesen Brunnen in Winkeln (78 mg/l), Bettrath-Hoven (76 mg/l) und Bockert (74 mg/l) zwar niedrigere, aber immer noch erhöhte Belastungen auf. Nach der EU-Nitratrichtlinie darf Grundwasser maximal 50 mg/l enthalten – doch bundesweit überschreitet jede sechste Probe aus privaten Brunnen diesen Wert.

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Die Landwirtschaft in der Region ist geprägt von offenen Flächen: 77 Prozent der Ackerflächen in Mönchengladbach sind ohne Baumbestand. Experten argumentieren, dass das Anpflanzen von Bäumen zwischen Nutzpflanzen – die sogenannte Agroforstwirtschaft – helfen könnte, überschüssiges Nitrat zu binden, bevor es ins Grundwasser gelangt. Studien zeigen, dass diese Methode die Belastung reduziert, ohne die Nahrungsmittelproduktion zu beeinträchtigen. Zudem fördert sie die Artenvielfalt und speichert CO₂, was weitere ökologische Vorteile mit sich bringt.

Ein Bündnis aus Landwirtschaftsberatern und Wissenschaftlern plädiert nun für eine flächendeckendere Einführung solcher Systeme. Der Umweltverband VSR-Gewässerschutz drängt die Bundesregierung, die Agroforstwirtschaft durch Anreize in der nachhaltigen Landwirtschaftspolitik zu stärken. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die langfristigen Folgen der intensiven Landwirtschaft auf die Trinkwasserversorgung zunehmend in der Kritik stehen.

Die aktuellen Erkenntnisse unterstreichen die anhaltende Nitratbelastung in ländlichen Wasserquellen, insbesondere in Gebieten mit baumfreien Ackerflächen. Die Agroforstwirtschaft bietet eine erprobte Methode, um die Verschmutzung zu verringern und gleichzeitig die Produktivität zu erhalten. Bei einer breiteren Umsetzung könnte sie helfen, die gesetzlichen Nitratgrenzwerte einzuhalten und die Wasserqualität in den betroffenen Regionen zu verbessern.

Quelle