24 May 2026, 02:10

Weidemilch: Warum der Name allein keine artgerechte Haltung garantiert

Wussten Sie, dass Weidemilch nicht immer Weidemilch ist?

Weidemilch: Warum der Name allein keine artgerechte Haltung garantiert

Nicht alle Weidemilch hält dieselben Standards ein – trotz ihrer wachsenden Beliebtheit. Der Begriff selbst ist rechtlich nicht geschützt, was bei Verbrauchern für Verwirrung sorgt. Während manche Siegel garantieren, dass Kühe Zeit im Freien verbringen, erlauben andere die reine Stallhaltung, sofern nichts anderes angegeben ist.

Damit Milch als Weidemilch vermarktet werden darf, müssen Kühe mindestens 120 Tage im Jahr auf der Weide grasen. Doch was passiert an den übrigen Tagen? Manche Tiere könnten in dieser Zeit angebunden in Ställen stehen – es sei denn, die Verpackung trägt zusätzliche Kennzeichnungen.

Label wie „Pro Weideland“, „Für mehr Tierschutz“ oder Bio-Siegel gehen weiter: Sie verbieten die Anbindung komplett. Gleiches gilt für Milch mit den Haltungsform-Stufen 3, 4 oder 5. Produkte, die jedoch nur das Standard-3-Siegel tragen – ohne den Zusatz „Weidemilch“ –, können auch von Kühen stammen, die ganzjährig im Stall gehalten werden.

Dass Kühe Zugang zu Weiden haben, fördert nachweislich ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Doch ohne klare Vorgaben fällt es Verbrauchern schwer, Produkte zu erkennen, die diese Vorteile tatsächlich widerspiegeln. Die Verbraucherzentrale NRW bietet dazu Orientierung auf ihrer Website unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/35574.

Weil der Begriff Weidemilch nicht rechtlich geschützt ist, müssen Käufer die Etiketten genau prüfen. Nur bestimmte Zertifizierungen sichern zu, dass Kühe Auslauf erhalten und nicht angebunden werden. Ohne solche Siegel garantiert die Bezeichnung allein keine bestimmten Tierwohlstandards.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle