Warum das Vertrauen in die Demokratie schwindet – und wer davon profitiert
Mara VogtWarum das Vertrauen in die Demokratie schwindet – und wer davon profitiert
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Vertrauen in die Demokratie in bestimmten Bevölkerungsgruppen schwindet. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie das Skepsis gegenüber staatlichen Institutionen, Gerichten, Wissenschaft und Medien zugenommen hat. Diese Entwicklungen tragen dazu bei, den Aufstieg von Bewegungen wie der rechtspopulistischen AfD in Deutschland oder von Figuren wie Donald Trump zu erklären.
El-Mafaalani argumentiert, dass es nicht ausreicht, die AfD lediglich als inkompetent zu entlarven, um das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen. Stattdessen neigten misstrauische Menschen dazu, sich mit Gleichgesinnten zu verbinden und so genannte "Gemeinschaften des Misstrauens" zu bilden. Diese Gruppen setzten ihr Vertrauen stattdessen in Parteien, die die liberale Demokratie ablehnen.
Digitale Medien haben bei dieser Entwicklung eine zentrale Rolle gespielt. Zum ersten Mal können misstrauische Menschen sich einfach vernetzen, organisieren und ihre Ansichten online verstärken. Die Arbeit des Soziologen zeigt zudem, wie populistische Strategen gezielt das Vertrauen in Institutionen untergraben, um ihren eigenen Einfluss zu stärken.
Seine Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ein besseres Verständnis dieser Dynamiken zu wirksameren Gegenstrategien gegen Rechtspopulismus führen könnte. Allerdings liegen bisher keine konkreten Details zu den spezifischen digitalen Taktiken oder Social-Media-Kampagnen der AfD der letzten fünf Jahre in zugänglichen Quellen vor.
El-Mafaalani liefert mit seiner Analyse ein Erklärungsmodell, warum Bewegungen wie die AfD Zulauf erhalten. Indem man versteht, wie sich Misstrauen verbreitet und verfestigt, könnten Politiker und Forscher gezieltere Lösungsansätze entwickeln. Das Buch bietet einen Ausgangspunkt, um die größere Herausforderung des schwindenden demokratischen Vertrauens anzugehen.






