VRR-Qualitätsbericht: Solinger Schienennetz zwischen Fortschritt und Frust
Jenny KühnertVRR-Qualitätsbericht: Solinger Schienennetz zwischen Fortschritt und Frust
Der aktuelle Qualitätsbericht des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) fällt für den Schienenverkehr in Solingen gemischt aus: Während einige Linien Fortschritte zeigen, kämpfen andere weiterhin mit erheblichen Problemen. Die Zufriedenheit der Fahrgäste variiert stark je nach Strecke.
Die S7-Linie, einschließlich der Strecke über die Müngstener Brücke, hat bei der Pünktlichkeit zugelegt. 2025 betrug die durchschnittliche Verspätung nur noch 1 Minute und 43 Sekunden. Dennoch leidet die Linie unter einer hohen Ausfallquote – fast 12 Prozent der geplanten Fahrten fielen ohne Vorwarnung aus. Fahrgäste kritisieren zudem mangelnde Fahrgastinformationen, unzureichende Sauberkeit und defekte Toiletten auf drei Vierteln der Fahrten.
Die RE7-Linie, die Köln, Solingen, Wuppertal und das Ruhrgebiet verbindet, schneidet weiterhin schlecht ab. Die durchschnittliche zusätzliche Reisezeit stieg auf 7 Minuten und 52 Sekunden, vor allem wegen des dichten Fernverkehrs und infrastruktureller Engpässe. Die RB48, die Solingen bedient, verzeichnete eine durchschnittliche Verspätung von 3 Minuten und 9 Sekunden und liegt damit im Mittelfeld der Regionalbahnen.
Positiv fällt hingegen die S1-Linie auf, die zu den zuverlässigsten Strecken im VRR-Netz zählt. Die Solinger Grünen fordern unterdessen eine dringende Modernisierung der S7-Linie. Sie schlagen die schnelle Einführung von Batterie-Elektro-Triebzügen (BEMU) vor, um Zuverlässigkeit, Komfort und Servicequalität zu verbessern.
Der VRR-Bericht zeigt sowohl Fortschritte als auch anhaltende Defizite im Solinger Schienennetz. Zwar hat die S7 bei der Pünktlichkeit aufgeholt, doch Ausfälle und Qualitätsmängel bleiben ein Problem. Die RE7 bereitet weiterhin Sorgen, während die S1 als Benchmark für andere Linien dient.






