Bayreuther Festspiele in der Antisemitismus-Debatte: Warum Michel Friedmans Veranstaltung fast geplatzt wäre
Jenny KühnertBayreuther Festspiele in der Antisemitismus-Debatte: Warum Michel Friedmans Veranstaltung fast geplatzt wäre
Die Bayreuther Festspiele stehen wegen ihres Umgangs mit Antisemitismus in der Kritik. Eine geplante Veranstaltung mit Michel Friedman war zunächst abgesagt worden, was eine Debatte über das Engagement des Festivals mit seiner umstrittenen Vergangenheit auslöste. Später entschuldigte sich das Festival und bestätigte, dass die Veranstaltung wie geplant stattfinden wird.
Die Gespräche über eine Veranstaltung mit Michel Friedman begannen bereits vor über einem Jahr. Christian Thielemann erklärte, er habe aufgrund von Terminüberschneidungen nie eine Zusage gegeben. Katharina Wagner nannte später Sicherheitsbedenken als Grund für die ursprüngliche Absage.
Michel Friedman warf dem Festival vor, Antisemitismus nicht ernst zu nehmen. Auch die Süddeutsche Zeitung kritisierte den Ansatz des Festivals und warf ihm mangelndes historisches Bewusstsein vor. Das Festival hat sich jedoch in seinen Produktionen mit Wagners Antisemitismus auseinandergesetzt, etwa in Katharina Wagners Inszenierung der Meistersinger von Nürnberg.
Über die Bühnenproduktionen hinaus veranstaltet das Festival Gedenkveranstaltungen und Symposien zu seinen Verbindungen zum Nationalsozialismus und zum Antisemitismus. Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko haben maßgeblich seine musikalische Ausrichtung geprägt.
Das Festival entschuldigte sich bei Michel Friedman, und die Veranstaltung wird nun stattfinden. Es bleibt eine wichtige Plattform für Diskussionen über die kulturelle und historische Identität Deutschlands. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit bleibt ein zentraler Bestandteil seiner fortlaufenden Arbeit.






