16 March 2026, 18:18

Vom Münchner Jungen zum letzten Samurai-Meister Europas

Ein japanischer Samurai in voller, kunstvoll gestalteter Rüstung und Helm, der eine gebogene, scharfe Klinge hält, steht vor einem weißen Hintergrund.

Vom Münchner Jungen zum letzten Samurai-Meister Europas

Markus Lösch, heute bekannt als Ōtsuka Ryūnosuke, leitet eine der letzten traditionellen Samurai-Schulen der Welt. In München geboren, verließ er mit 18 Jahren Deutschland, um in Japan unter einem legendären Meister zu studieren. Heute führt er eine Schule mit Niederlassungen in ganz Europa und darüber hinaus.

Ōtsuka wurde in München geboren und träumte ursprünglich davon, Schriftsteller zu werden. Seine frühe Leidenschaft für das englische Langbogen-Schießen endete nach einer Verletzung, woraufhin er sich stattdessen japanischen Kampfkünsten zuwandte. Er begann mit dem Training in Kendō und Iaidō, bevor er mit 18 einen lebensverändernden Entschluss fasste: Er zog nach Japan, um sich ganz den Samurai-Traditionen zu widmen.

Dort traf er auf Ōtsuka Yōichirō, den damaligen Leiter der Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō-Schule. Unter dessen Anleitung meisterte Ryūnosuke die Kunst und wurde später von seinem Mentor adoptiert, wodurch er den Namen Ōtsuka annahm. 2016 übernahm er offiziell die Führung der Schule.

Nach der Übernahme verlegte er den Hauptsitz von Tokio nach München und schließlich 2025 nach Lengenwang. Der Umzug ermöglichte es ihm, näher bei seinen Eltern zu sein und gleichzeitig die Präsenz der Schule auszubauen. Er erwarb einen Bauernhof in der Region mit Plänen, den Garten in einen Freiluft-Trainingsbereich umzugestalten, ein japanisches Heiligtum zu errichten und eine alte Scheune in ein Dōjō mit traditionellen Bädern umzubauen.

Die Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō-Schule ist heute in mehreren Ländern aktiv, darunter Japan, Deutschland, Italien, Ungarn, Österreich, Polen, die Schweiz und Großbritannien. Ōtsuka bewahrt die jahrhundertealten Samurai-Techniken, die über Generationen weitergegeben wurden, und vermittelt sie weiter.

Ōtsukas Weg von München nach Japan und zurück hat die Zukunft seiner Samurai-Schule geprägt. Der Bauernhof in Lengenwang wird bald über einen eigenen Trainingsplatz, ein Heiligtum und renovierte Räumlichkeiten verfügen. Seine Arbeit stellt sicher, dass die uralten Traditionen des Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō für Schüler weltweit lebendig bleiben.

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