Unbemannter Supermarkt in Frömern rettet Dorfbewohner vor Einkaufsnotstand
Mara VogtUnbemannter Supermarkt in Frömern rettet Dorfbewohner vor Einkaufsnotstand
Unbemannter Supermarkt eröffnet in Frömern – Lösung für die Versorgungslücke im ländlichen Raum
In Frömern, einem kleinen Ortsteil von Fröndenberg, hat ein neuer, unbemannter Supermarkt seine Türen geöffnet – und soll so die Lücke schließen, die durch die Schließung lokaler Geschäfte entstanden ist. Der "Tante M"-Markt, betrieben von der Franchisenehmerin Anna Kirksov, bietet Anwohnern die Möglichkeit, Grundnahrungsmittel ohne Personal vor Ort einzukaufen. Die Eröffnung kommt zu einer Zeit, in der ländliche Gemeinden zunehmend mit eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten kämpfen: Erst kürzlich musste die letzte Bäckerei in der Region schließen.
Der Laden hat täglich 17 Stunden geöffnet – von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr abends – und führt rund 1.200 Artikel. Kunden können hier Backwaren, frisches Gemüse und andere Alltagsprodukte erwerben. Der Zutritt erfolgt über ein Kartensystem, das Diebstahl verhindert und es der Betreiberin ermöglicht, nachzuvollziehen, wer sich im Laden aufhält.
Kirksov, eine ehemalige Busfahrerin, entschied sich für die Eröffnung des Marktes, nachdem sie die mangelnden Einkaufsmöglichkeiten in kleinen Dörfern bemerkt hatte. Das "Tante M"-Konzept ist in Nordrhein-Westfalen noch selten – bisher gibt es in der Region nur zwei Standorte.
Bis Mitte 2026 sollen mindestens fünf weitere "Tante M"-Filialen in Deutschland entstehen, darunter in Lalling und Wunsiedel (Bayern) sowie in Marxzell, Oybin und Wertheim (Baden-Württemberg). Alle Standorte zielen auf ländliche Gebiete mit begrenzter Einzelhandelsinfrastruktur ab. Parallel testet auch die Genossenschaftskette Enso ein ähnliches, personalfreies Modell und plant die Eröffnung eines Ladens in Unna-Hemmerde.
Für die Bewohner von Frömern bedeutet der neue Supermarkt eine Erleichterung: Bisher mussten sie weite Wege auf sich nehmen, um an grundlegende Lebensmittel zu kommen. Mit der geplanten Ausweitung unbemannter Supermärkte könnte das Modell künftig noch mehr unterversorgte ländliche Regionen erreichen. Durch den Verzicht auf Personal und den Einsatz automatisierter Systeme lassen sich die Betriebskosten senken – bei gleichzeitig längeren Öffnungszeiten.






