18 March 2026, 04:09

Tonies verlagert Produktion nach Vietnam, um neue US-Zölle zu umgehen

Holzspielzeug namens "Tallinn-80" in einem weißen Rahmen mit einer blauen und roten Mütze, mittig mit lesbarem Text auf dem Körper.

Tonies verlagert Produktion nach Vietnam, um neue US-Zölle zu umgehen

Deutscher Spielzeughersteller Tonies kämpft mit steigenden Kosten durch neue Zölle auf Importe aus China, Bosnien und Tunesien. Um die Ausgaben zu senken und die Preise für seine beliebten Audio-Spielfiguren stabil zu halten, hat das Unternehmen kürzlich ein Werk in Vietnam eröffnet.

Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der der US-Spielzeugmarkt trotz höherer Einzelhandelspreise und anhaltender Handelskonflikte wächst.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im April nahm Tonies in Vietnam eine Produktionsstätte in Betrieb – zeitgleich mit der Ankündigung von Ex-Präsident Trump, neue Zölle auf wichtige Handelspartner zu verhängen. Durch die Verlagerung der Herstellung des Toniebox 2 für den US-Markt von China nach Vietnam wollte das Unternehmen höhere Einfuhrabgaben umgehen.

Ein Großteil der weltweiten Spielzeugproduktion entfällt auf China, wo jahrzehntelange Erfahrung eine dominierende Branche geschaffen hat. Doch der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat Lieferketten durcheinandergebracht und die Kosten für Transport sowie Komponenten in die Höhe getrieben. Der deutsche Spielehersteller Amigo Spiele musste sogar seine US-Tochter schließen, nachdem er mit steigenden Ausgaben zu kämpfen hatte.

Trotz dieser Herausforderungen stiegen die US-Spielzeugumsätze in den ersten neun Monaten des Jahres um 7 Prozent. Auch die Einzelhandelspreise zogen um 4 Prozent an, doch die Nachfrage blieb stabil. Tonies verzeichnete Anfang 2024 einen Umsatzanstieg von fast einem Drittel – wobei die Hälfte der Erlöse aus den USA stammte, dem größten Spielzeugmarkt der Welt.

Aufgrund der Zölle musste das Unternehmen die Preise für einige Figuren dennoch erhöhen. Bisher wurden jedoch keine großen US-Einzelhändler als wichtige Partner genannt, und die Verkaufszahlen für Anfang 2024 bleiben unklar.

Das neue Werk in Vietnam hilft Tonies, einige Zölle zu umgehen, doch die Handelskonflikte belasten weiterhin die Kosten. Der US-Markt bleibt für das Wachstum entscheidend, auch wenn europäische Spielzeughersteller weiterhin vor Herausforderungen stehen. Höhere Preise und verlagert Produktion spiegeln die breiten Auswirkungen globaler Handelsstreitigkeiten auf die Branche wider.

Quelle