17 March 2026, 00:38

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umbrüche wegen Mitgliederschwunds und leerer Kassen

St. Paul United Methodist Church, ein Gebäude mit Fenstern und Türen, umgeben von Pflanzen und Bäumen, mit Schnee auf dem Boden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund, mit einer Tafel mit Text auf der rechten Seite.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umbrüche wegen Mitgliederschwunds und leerer Kassen

Solinger Evangelische Kirchenkreis steht vor tiefgreifenden Veränderungen

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen bereitet sich auf weitreichende Umbrüche vor, während er mit sinkenden Mitgliederzahlen und schrumpfenden Finanzen kämpft. Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis damit, dass sich seine Mittel halbieren werden – was harte Entscheidungen über Gebäude und Betrieb erzwingt. Eine neu eingesetzte Arbeitsgruppe hat nun Vorschläge vorgelegt, wie die Zukunft der örtlichen Evangelischen Kirchen und Gemeinschaftszentren gestaltet werden soll.

Ein siebenköpfiges Team unter der Leitung von Hartmut Hoferichter erhielt den Auftrag, ein nachhaltiges Konzept für die Immobilien des Evangelischen Kirchenkreises zu erarbeiten. Ihre Empfehlungen teilen die Gebäude in drei Kategorien ein: solche, die langfristig erhalten bleiben sollen, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragfähig sind.

Als langfristig erhaltenswert stuft die Gruppe sieben Standorte ein: die Ohliger Protestantische Stadtkirche, die Waldkirche, die Dorper Kirche, die Evangelische Kirche Gräfrath, das Gemeindezentrum Höhscheid, das Gemeindezentrum Wittenbergstraße sowie das Gemeindezentrum Schützenstraße/Ritterstraße. Dagegen gelten die Evangelische Kirche Merscheid, die Widdertkirche, die Ketzberger Kirche, das Gemeindezentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche als nicht mehr zukunftsfähig für kirchliche Aktivitäten.

Vier weitere Einrichtungen – die Christuskirche, das Gemeindezentrum Rupelrath, die Evangelische Kirche Mangenberg und das Gemeindehaus Corinthstraße – bleiben vorerst in der Schwebe. Über ihr Schicksal soll nach weiteren Beratungen entschieden werden.

Zudem hat sich der Evangelische Kirchenkreis ein ehrgeiziges Umweltziel gesetzt: Bis 2035 sollen alle seine Gebäude klimaneutral betrieben werden. Die dafür notwendigen, kostspieligen Sanierungen kommen jedoch zu einer Zeit, in der die finanziellen Spielräume ohnehin schon begrenzt sind. Eine besondere Synode am 14. März 2026 wird die Gebäudekonzepte detailliert prüfen; mit endgültigen Beschlüssen ist bis Ende 2027 zu rechnen.

Die anstehenden Veränderungen werden für die Evangelische Gemeinde Solingens tiefgreifende organisatorische und emotionale Umwälzungen mit sich bringen. Angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen und knapper Kassen muss der Evangelische Kirchenkreis nun einen Ausgleich finden zwischen Bewahrung, Nachhaltigkeit und wirtschaftlichem Überleben. Die Weichenstellungen werden entscheiden, welche Gebäude offen bleiben – und wie sich die Evangelische Kirche an ihre neue Realität anpasst.

AKTUALISIERUNG

Lutherkirche veranstaltet trotz fehlender regelmäßiger Gottesdienste ab 2030 Events

Die Lutherkirche in Solingen bleibt trotz fehlender regelmäßiger Sonntagsgottesdienste ab 2030 aktiv. Wichtige Entwicklungen sind:

  • Großer Weihnachtsgottesdienst und Konfirmationen finden weiterhin am Standort statt.
  • Kulturveranstaltungen werden erweitert, neue digitale Angebote sind geplant.
  • Ein engagierter Förderverein soll die Community-Beteiligung und das Fundraising stärken.