11 May 2026, 06:10

Revolutionärer Filter gegen Mikroplastik aus Waschmaschinen – inspiriert von Fischkiemen

Nahaufnahme einer braunen und schwarzen Seeohrschnecke auf einem Plastikbehälter mit Wassertropfen.

Revolutionärer Filter gegen Mikroplastik aus Waschmaschinen – inspiriert von Fischkiemen

Forschende der Universität Bonn haben einen neuartigen Filter entwickelt, der Mikroplastik aus Waschmaschinen bekämpfen soll. Das Gerät, inspiriert von Fischkiemen, entfernt in ersten Tests über 99 Prozent der Kunststofffasern. Sein Design soll Verstopfungen verhindern und gleichzeitig die Produktionskosten niedrig halten.

Jährlich setzt eine Waschmaschine in einem Vier-Personen-Haushalt bis zu 500 Gramm Mikroplastik frei. Diese winzigen Partikel gelangen über das Abwassersystem oft in Klärschlamm, der als Dünger verwendet wird. Studien haben Mikroplastik inzwischen in Muttermilch, Plazenten und sogar in menschlichen Gehirnen nachgewiesen – mit potenziellen Risiken für die Gesundheit.

Der neue Filter ahmt das Kiemenreusensystem von Fischen nach und fängt Fasern effizient ab. Im Gegensatz zu bestehenden Lösungen vermeidet er Verstopfungen und könnte kostengünstig hergestellt werden. Die Wissenschaftler:innen haben die Technologie gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik patentieren lassen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Sobald die Mikroplastikteilchen eingefangen sind, lassen sie sich komprimieren und mit dem normalen Hausmüll entsorgen. Das Team wirbt nun bei Herstellern dafür, den Filter in künftige Waschmaschinenmodelle zu integrieren.

Der patentierte Filter bietet eine praktische Lösung, um die Mikroplastikbelastung durch Wäsche zu verringern. Bei flächendeckender Einführung könnte er verhindern, dass jährlich Hunderte Gramm Kunststofffasern in Gewässer gelangen. Der nächste Schritt hängt davon ab, ob die Hersteller die Technologie in neue Geräte einbauen.

Quelle