Müllgebühren in Münster steigen 2026 um fast sieben Prozent an
Münsterer Haushalte zahlen bald mehr für die Müllabfuhr
Die Abfallgebühren in Münster steigen zum ersten Mal seit vier Jahren. Ab 2026 werden die Entsorgungskosten um 6,95 Prozent angehoben – für eine durchschnittliche vierköpfige Familie bedeutet das etwa 40 Cent mehr pro Person und Monat. Trotz Bemühungen, die Kosten zu begrenzen, sind bereits weitere Erhöhungen für die beiden folgenden Jahre geplant.
Ursprünglich hatte das kommunale Abfallwirtschaftsunternehmen awm für 2026 eine Gebührenerhöhung von 11 Prozent veranschlagt. Nach gesunkenen Ausgaben für die gesetzlich vorgeschriebene Nachsorge auf der zentralen Deponie wurde die Anpassung jedoch auf 6,95 Prozent reduziert. Dennoch begründet das Unternehmen den Anstieg mit steigenden Personal-, Material- und Betriebskosten.
Auch die weltweiten Preissprünge für Deponie- und Abdeckmaterialien spielen eine Rolle. Zwischen 2024 und 2026 stiegen die Kosten für Erde, Ton und Kunststoffdichtungsbahnen um 15 bis 25 Prozent – in Deutschland sogar um bis zu 30 Prozent. Strengere Umweltauflagen, Lieferkettenprobleme und höhere Abbaukosten, insbesondere in Europa und Nordamerika, trieben die Preise zusätzlich in die Höhe.
Die Gebührenanpassung betrifft nicht nur die Entsorgung von Rest- und Bioabfällen. Zwar erhalten Grundstückseigentümer in Münster Rechnungen, die nur diese Posten ausweisen, doch fließen die Einnahmen auch in die Abfuhr von Papier und Wertstoffen, die Sperrmüllabholung, die Grünabfallsammlung und den Zugang zu den Recyclinghöfen. Zudem steigen die Kosten für die Straßenreinigung: Die Gebühr für die Reinigung von Wohnstraßen liegt künftig bei 7,20 Euro pro laufendem Meter und Jahr – ein Plus von 9,35 Prozent.
Für die kommenden Jahre hat die awm bereits weitere Erhöhungen um jeweils 7 Prozent für 2027 und 2028 angekündigt. Das Unternehmen argumentiert, dass diese Schritte notwendig seien, um die Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, da die Einnahmen aus Recyclingmaterialien und frühere Überschüsse die wachsenden Ausgaben nicht vollständig ausgleichen könnten. Nachhaltiges Abfallmanagement bleibe eine Priorität – die awm betont, dies sei essenziell für den Klima- und Ressourcenschutz in der Stadt.
Die Gebührenänderungen ab 2026 belasten die Münsteraner Haushalte zwar nur moderat, aber spürbar: Eine vierköpfige Familie zahlt pro Person etwa 40 Cent mehr im Monat, bei der Straßenreinigung kommen 60 Cent pro laufendem Meter hinzu. Mit den geplanten weiteren Erhöhungen in den Jahren 2027 und 2028 wird die Abfallentsorgung in Münster jedoch voraussichtlich weiterhin teurer.