Lebensgefahr im Schutzanzug: Wie NRWs Bombenentschärfer tägliche Risiken meistern
Elisa GudeLebensgefahr im Schutzanzug: Wie NRWs Bombenentschärfer tägliche Risiken meistern
In Nordrhein-Westfalen bleibt die Bombenentschärfung eine lebenswichtige und hochriskante Aufgabe. Allein im Jahr 2024 bearbeiteten die Experten des Landes über 35.500 Einsätze und beseitigten tausende Sprengkörper aus vergangenen Konflikten. Einer dieser Spezialisten, Andreas Otte, geht seine Arbeit mit höchster Präzision an – in einem Schutzanzug, der so viel wiegt wie ein kleiner Erwachsener und mehr als 60.000 Euro kostet.
Andreas Otte arbeitet als USBV-Sprengstoffexperte beim Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen. Sein Team, das 1981 gegründet wurde, besteht heute aus 15 Fachleuten, die auf den Umgang mit unkonventionellen Sprengstoffen spezialisiert sind. Zwar sind Angriffe auf Geldautomaten rückläufig, doch die Arbeitsbelastung bleibt hoch: Pyrotechnik, militärische Sprengstoffe und geheime Laboratorien in Wohnhäusern halten die Einsatzkräfte in ständiger Bereitschaft.
Ottes Schutzkleidung ist ein Meisterwerk der Technik. Der aus Kevlar mit Keramikplatten gefertigte Anzug wiegt 40 Kilogramm und benötigt 15 Minuten, um angelegt zu werden – inklusive eines verstärkten Helms. Die hohen Kosten des Equipments spiegeln seinen lebensrettenden Zweck wider: Es ist darauf ausgelegt, extremsten Gefahren standzuhalten.
Das LKA-Team wird jährlich zu etwa 800 Einsätzen gerufen, davon rund 300 zur Bombenentschärfung. 2024 beseitigte der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) Nordrhein-Westfalen insgesamt 7.266 explosive Gegenstände, darunter 1.606 Bomben und 2.496 Granaten. Mittlerweile übernehmen ferngesteuerte Roboter den Großteil der Entschärfungsarbeiten – nach strengen Protokollen, um das Risiko für Menschen zu minimieren.
Otte betont, dass Nachlässigkeit in diesem Berufsfeld keinen Platz hat. Jeder Einsatz erfordert absolute Konzentration, denn selbst kleine Fehler könnten verheerende Folgen haben.
Die USBV-Einheit des LKA passt sich kontinuierlich neuen Bedrohungen an – von historischen Kampfmitteln bis hin zu modernen Sprengstoffgefahren. Mit hochmodernen Werkzeugen und intensiver Ausbildung sichert das Team die öffentliche Sicherheit in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Solange unentschärfte Altlasten und neue Gefahren bestehen, bleibt ihre Arbeit unverzichtbar.






