Kushners Luxusressort in Albanien spaltet Naturschützer und Regierung
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht selten im globalen Rampenlicht. Doch ein Streit um ein geplantes Luxusressort der Firma von Jared Kushner auf einer geschützten Insel hat das Land nun in den Fokus gerückt. Das Projekt löst Proteste aus und zieht internationale Akteure in den Konflikt hinein – darunter auch den Ministerpräsidenten des Landes.
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht ein Milliardenprojekt des Investmentunternehmens Affinity Partners, das mit Kushner verbunden ist. Die Firma wurde ursprünglich gegründet, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten zu stärken. Die albanische Regierung verlieh dem Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“ – und ermöglichte ihm damit, Umweltprüfungen für das Vorhaben zu umgehen.
Das geplante Resort soll im Vjosa-Narta-Delta entstehen, einer Region mit seltener Tierwelt, die 2023 zu Europas erstem Nationalpark „Wilder Fluss“ erklärt wurde. Albanische Bürger, die um ihre Küste fürchten, starteten unter dem Namen „Flamingo-Revolution“ Proteste gegen das Projekt.
Ministerpräsident Edi Rama unterstützt das Vorhaben öffentlich und wirft dem Iran vor, die Unruhen zu schüren. Albanien beherbergt Tausende Mitglieder der Muǧahedin-e Chalq (MEK), einer iranischen Exilgruppe, die sich gegen die Regierung in Teheran stellt. Rama nutzt die Präsenz der MEK als politisches Druckmittel und beschuldigt den Iran wiederholt, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen.
Der Streit um das Resort offenbart die Spannungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Naturschutz in Albanien. Gleichzeitig zeigt er die komplexe Rolle des Landes als proamerikanisches NATO-Mitglied, das sich eng an westliche Interessen anlehnt. Die Auseinandersetzung bleibt vorerst ungelöst – mit lokalen wie internationalen Beobachtern, die gespannt auf das weitere Vorgehen blicken.






