17 March 2026, 12:12

"Komische Vögel" im TD Berlin: Absurde Komödie mit Gesellschaftskritik und Ornithologie

Cover eines aufgeschlagenen Buches mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit einer Textseite und einem Logo.

"Komische Vögel" im TD Berlin: Absurde Komödie mit Gesellschaftskritik und Ornithologie

"Komische Vögel" bringt Witz und Absurdität auf die Bühne des TD Berlin

Mit der neuen Produktion "Komische Vögel" kommt eine Mischung aus Ornithologie, Gesellschaftskritik und Komödie auf die Bühne des TD Berlin – und stellt dabei die Frage nach der Zukunft der Kulturförderung. Die Vorstellungen finden am 21., 22. und 23. November erneut statt.

Im Mittelpunkt stehen drei Schauspielerinnen – Vanessa Stern, Verena Unbehaun und Mira Partecke –, die in überzeichneten Alter Egos schlüpfen. Partecke verkörpert die Naive, Unbehaun die abgebrühte Bühnenprofis, Stern eine Frau in Führungsposition. Ihre Interaktionen spielen sich auf einer mit ausgeklappten Fünf-Sprossen-Leitern vollgestellten Bühne ab, während einige Kostüme an Vögel oder Vogelbeobachter erinnern.

Eine Szene entwirft eine fiktive Debatte über die Ornithologie im Nationalsozialismus, darunter die erfundene Behauptung, der Sterntaucher sei in "Thors Huhn" umbenannt worden. Historische Belege dafür gibt es nicht, und auch der Ornithologe Günther Niethammer hat eine solche Umbenennung nie begründet. Das Stück nutzt diese absurde Prämisse, um zu zeigen, wie sich Mythen verbreiten.

Doch "Komische Vögel" geht über Satire hinaus: Die Produktion hinterfragt die wachsende Abhängigkeit der modernen Gesellschaft vom digitalen Leben und die Entfremdung von der physischen Welt. Der Humor speist sich aus situativer Komik und scharfsinnigen Beobachtungen – stets begleitet von einem Seitenhieb auf die drohenden Kürzungen im Berliner Kulturhaushalt für 2026/27.

Das Stück bietet eine verspielt-zuspitzende Reflexion über Kultur, Förderung und menschliches Verhalten. Mit Vogelbeobachter-Klischees, digitaler Entfremdung und Haushaltsdebatten wirft es einen ungewöhnlichen Blick auf die heutige Gesellschaft. Karten für die November-Vorstellungen sind noch erhältlich.

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