Friseursalon erhöht Preise wegen steigendem Mindestlohn – Branche warnt vor Folgen
Elisa GudeFriseursalon erhöht Preise wegen steigendem Mindestlohn – Branche warnt vor Folgen
Ein Friseursalon in Lünen, Nordrhein-Westfalen, hat angekündigt, die Preise aufgrund der jüngsten Erhöhung des Mindestlohns anzuheben. Die Maßnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland sich auf weitere Steigerungen in den Jahren 2026 und 2027 vorbereitet, die den Satz auf 14,60 Euro pro Stunde bringen werden. Branchenvertreter bezeichnen die Änderungen zwar als "ausgewogen und handhabbar", doch sorgen sich viele über die steigenden Kosten.
Deutschland führte den gesetzlichen Mindestlohn erstmals 2015 ein – damals bei 8,50 Euro pro Stunde. Seither gab es schrittweise Anpassungen, wobei die nächste Erhöhung zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro feststeht. Bis 2027 soll der Mindestlohn dann auf 14,60 Euro steigen, was bis zu 6,6 Millionen Beschäftigten zugutekommen wird.
Der Lünener Friseurbetrieb erklärt, dass eine Mindestlohnerhöhung von 10 Prozent in der Regel zu Preisanstiegen für Verbraucher um 6,8 bis 7,8 Prozent führe. Für den eigenen Salon bedeute dies eine Steigerung der Servicekosten um vier bis sechs Prozent. Gleichzeitig kritisiert der Inhaber Konkurrenten, die mit "Super-Discount-Preisen" werben, obwohl sie ebenfalls auf qualifiziertes Personal und hochwertige Produkte angewiesen seien.
Trotz der Herausforderungen bewertet der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks die bevorstehenden Lohnanpassungen als "ausgewogen und handhabbar". Der Lünener Salonbetreiber bleibt jedoch pessimistisch, was die Zukunft des Handwerks angeht, und verweist auf sinkende Auszubildendenzahlen als wachsendes Problem.
Die Mindestlohnerhöhungen 2026 und 2027 werden die Stundensätze auf 13,90 Euro bzw. 14,60 Euro anheben. Salons wie der in Lünen werden darauf mit Preisanpassungen reagieren, während einige vor branchenweiten Schwierigkeiten warnen. Die Änderungen werden Millionen Beschäftigte betreffen und gleichzeitig kleine Unternehmen belasten, die bereits unter finanziellem Druck stehen.






