Blessing fordert mehr Privatwirtschaft im Infrastrukturausbau und warnt vor Pharma-Exodus
Juan AdlerBlessing fordert mehr Privatwirtschaft im Infrastrukturausbau und warnt vor Pharma-Exodus
Martin Blessing, der Investitionsbeauftragte Deutschlands und Berater von Bundeskanzler Olaf Scholz, hat eine stärkere Einbindung der Privatwirtschaft in den Infrastrukturausbau des Landes gefordert. Gleichzeitig plädierte er für Nachbesserungen bei den jüngsten Gesundheitsreformen, um weitere Investitionskürzungen durch Pharmaunternehmen zu verhindern.
Blessing kritisierte, die Regierung nutze öffentliche Mittel nicht effektiv genug, um privates Kapital anzuziehen. Stattdessen setzte er sich für verbesserte öffentlich-private Partnerschaften ein, um Investitionen in Schlüsselbranchen zu steigern.
Er verwies darauf, dass die anfängliche Investitionsbereitschaft seit Bekanntgabe des großen Konjunkturprogramms der Koalitionsregierung deutlich nachgelassen habe. Blessing betonte, Deutschland müsse seine führende Rolle in der globalen Arzneimittelforschung und -entwicklung verteidigen.
Um dies zu erreichen, schlug er vor, forschende oder in Deutschland produzierende Pharmaunternehmen gegenüber solchen zu bevorzugen, die hierzulande lediglich verkaufen. Zudem unterstrich er die Dringlichkeit einer Rentenreform und regte eine Ausweitung der kapitalgedeckten Altersvorsorge an, um den Kapitalmarkt zu stärken und mehr Investitionen zu mobilisieren.
Mehrere Pharmakonzerne haben ihre Engagements in Deutschland bereits zurückgefahren. Blessing zielen seine Vorschläge darauf ab, diesen Trend umzukehren und nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu sichern. Im Mittelpunkt stehen dabei politisch flankierende Maßnahmen, um privates Kapital zu gewinnen und im Land zu halten.






