Betrüger fordern falsche Bußgelder von Balkon-Solaranlagen-Besitzern
Bundesnetzagentur warnt vor Betrugsbriefen an Besitzer von Mini-Solaranlagen
Die Bundesnetzagentur hat die Öffentlichkeit vor gefälschten Schreiben gewarnt, die sich gezielt an Besitzer kleiner Photovoltaik-Anlagen – sogenannte „Balkon-Solaranlagen“ – richten. Die betrügerischen Benachrichtigungen fordern Bußgelder für angeblich nicht angemeldete Anlagen und nutzen dabei die Verunsicherung über tatsächliche gesetzliche Pflichten aus. Die Behörden raten Empfängern dringend, nicht auf die Schreiben zu reagieren und den Betrug stattdessen zu melden.
In den gefälschten Briefen geben sich die Absender fälschlicherweise als Bundesnetzagentur aus. Den Anlagenbesitzern wird vorgeworfen, ihre Photovoltaik-Systeme nicht im Marktstammdatenregister eingetragen zu haben. Die Empfänger werden aufgefordert, innerhalb von 14 Tagen einen jährlichen EEG-Bericht einzureichen und eine „Gebühr“ von 41,60 Euro zu zahlen – andernfalls drohe eine „volle Strafe“ von 208 Euro.
Die Behörde weist auf mehrere Auffälligkeiten in den Schreiben hin, die auf den Betrug hindeuten: falsche Absenderadressen, Telefonnummern und E-Mail-Angaben. Diese Fehler belegen, dass es sich nicht um offizielle Post handelt.
Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen Betreiber von Balkon-Solaranlagen ihre Anlagen zwar innerhalb eines Monats nach der Installation registrieren und jährlich Zählerstände melden, um die Einspeisevergütung zu erhalten. Die Bundesnetzagentur betont jedoch, dass echte behördliche Schreiben niemals sofortige Zahlungen einfordern oder mit drastisch erhöhten Strafen drohen würden.
Die Behörden raten allen, die solch einen Brief erhalten, die Zahlungsaufforderung zu ignorieren und stattdessen Anzeige gegen die unbekannten Absender zu erstatten. Der Betrug nutzt gezielt die Unsicherheit über die tatsächlichen Meldepflichten aus: Zwar können bei unterlassener Registrierung Bußgelder fällig werden, doch die Fälscher missbrauchen diese Tatsache, um Empfänger unter Druck zu setzen. Die Ermittlungen zu der betrügerischen Masche laufen weiterhin, und die Behörden erinnern die Bevölkerung daran, verdächtige Post stets kritisch zu prüfen.






