Willicher Eltern kämpfen gegen höhere Kita-Gebühren und Geschwisterrabatt-Kürzungen
Mara VogtWillicher Eltern kämpfen gegen höhere Kita-Gebühren und Geschwisterrabatt-Kürzungen
Eltern in Willich protestieren gegen geplante Änderungen bei den Kita-Gebühren
Die Stadt Willich plant Anpassungen bei Geschwisterrabatten und der Gebührenindexierung, um die Haushaltslage zu entlasten. Die Verwaltung betont zwar, dass es nicht um eine vollständige Streichung der Ermäßigungen gehe, sondern um eine Neuberechnung der Elternbeiträge – doch die Debatte um die Kita-Kosten zieht sich bereits seit Langem ohne Lösung hin. Viele Eltern kämpfen ohnehin schon mit Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen. Nun will die Stadt durch Kürzungen bei den Geschwisterermäßigungen zusätzlich 500.000 Euro einnehmen und durch eine Deckelung der Gebührensteigerungen bei drei Prozent weitere 100.000 Euro erwirtschaften.
In Nachbarstädten wie Nettetal und Kempen zahlen Familien für jedes weitere Kind bereits 50 Prozent des regulären Beitrags. Die Willicher Verwaltung wurde angewiesen, die Regeln für Elternbeiträge bis zum 28. April zu überprüfen und anzupassen. Der Jugendhilfeausschuss-Elternbeirat (JAEB) lehnt die Pläne jedoch ab und spricht sich sowohl gegen höhere Geschwistergebühren als auch gegen stärkere Anpassungen aus.
Auch Marlene Mendes, eine Anratherin, und andere Eltern haben sich öffentlich gegen die Vorhaben ausgesprochen. Unterdessen schlägt die SPD-Fraktion vor, stattdessen Einsparungen in Höhe von 115.000 Euro für den Haushalt 2026 an anderer Stelle zu erzielen – und nicht auf Kosten der Familien. "Kinder und Eltern dürfen nicht die Last der Haushaltskürzungen tragen", argumentieren die Sozialdemokraten.
Bürgermeister Christian Pakusch betont, es gehe um eine Anpassung der Beiträge, nicht um die Abschaffung der Geschwisterrabatte. Die Stadt sieht die Maßnahmen als notwendig an, um die Finanzen zu konsolidieren, ohne die Leistungen zu kürzen. Durch die geplanten Gebührenänderungen sollen insgesamt 600.000 Euro zusätzlich eingenommen werden. Betroffen wären vor allem Familien, die bisher von Geschwisterermäßigungen profitieren, sowie Haushalte mit jährlichen Gebührensteigerungen. Die endgültige Entscheidung hängt von der Überprüfung durch die Verwaltung ab – die Frist läuft am 28. April ab.






