22 March 2026, 08:10

Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen um wohnortnahe Betreuung

Gruppe von Menschen, die eine Straße mit hohen Gebäuden entlanggehen, einige tragen Taschen und einer schiebt einen Kinderwagen, Fahrzeuge auf der Straße, ein Schild, Straßenlaternen, eine Straßenlaterne, ein Dach mit Metallstangen und ein bewölkter Himmel.

Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen um wohnortnahe Betreuung

Willich gestaltet seine Kinderbetreuung und Gemeinschaftsdienste neu, nachdem zwei geplante Kitas gestrichen wurden. Haushaltskürzungen und geringere Anmeldezahlen zwangen die Stadt zu dieser Entscheidung – einzig das Großprojekt des generationenübergreifenden Zentrums Reinershof wird noch umgesetzt. Unterdessen fordern Eltern und lokale Initiativen Klarheit, wie die Stadt den Zugang zu Betreuungsplätzen künftig sicherstellen will.

Zwei neue Kitas in Willich wurden wegen finanzieller Engpässe und rückläufiger Nachfrage aufgegeben. Die Streichungen lösten bei Familien Sorgen über längere Fahrzeiten zur Kinderbetreuung aus. Als Reaktion entstand die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege", die für dezentrale, wohnortnahe Betreuungslösungen wirbt. Die Initiatoren argumentieren, dass dieses Modell Stress reduziere, die Planungssicherheit erhöhe und Familien mehr gemeinsame Zeit ermögliche.

Elternvertreter:innen und der Förderverein der Kita Alperof hatten wiederholt das Gespräch mit Bürgermeister Pakusch gesucht. Am 6. März schickten sie einen offenen Brief – ohne Antwort. Nun wird ein zweites Schreiben vorbereitet, um die städtischen Angaben zu längeren Anfahrtswegen zur Kita infrage zu stellen.

Einziges verbleibendes kommunales Bauvorhaben ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, das 2027 eröffnet werden soll. Die Einrichtung wird die Kita Alperof beheimaten und mehrere Altersgruppen zusammenbringen. Finanziert wird das Projekt aus einem Mix: städtische Mittel, Landesfördergelder (u. a. aus dem "Zukunftsatlas"-Programm) und private Investitionen der SMP Grundbesitz GmbH, die über 20 Millionen Euro Baukosten übernimmt und der Stadt das Objekt langfristig zur Nutzung verpachtet.

Offen bleibt, wie sich die städtische Finanzbeteiligung und der private Einfluss auf das Projekt auswirken werden. Der Reinershof steht exemplarisch für Chancen und Unsicherheiten in Willichs Umgang mit öffentlichen Dienstleistungen.

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Mit zwei gestrichenen Kita-Neubauten ist das Reinershof-Zentrum nun Willichs einziges großes Bauprojekt in diesem Bereich. Eltern drängen weiter auf Transparenz und Lösungen für die Betreuungssituation. Die Zusammenarbeit mit privaten Investoren könnte hier Schulcharakter für künftige kommunale Vorhaben entwickeln.

Quelle