27 April 2026, 06:15

Wie die Dresdner Obergrabenpresse in den 1970ern Kunstgeschichte schrieb

Ein detailliertes Strichbild der Schlosshof-Fassade in Dresden, Deutschland, mit zahlreichen Fenstern und Statuen, gezeichnet auf Papier mit begleitendem Text.

Wie die Dresdner Obergrabenpresse in den 1970ern Kunstgeschichte schrieb

In den 1970er-Jahren in Dresden kam eine Gruppe von Künstlern und Druckern zusammen, um etwas Neues zu schaffen. Was als gemeinsames Verlangen nach künstlerischer Freiheit begann, entwickelte sich bald zur Dresdner Obergrabenpresse – ein Ort für Druck, Verlagswesen und die Präsentation von Kunst. Das Projekt vereinte Persönlichkeiten wie A.R. Penck, Peter Herrmann und Eberhard Göschel, die jeweils ihre Fähigkeiten in eine wachsende künstlerische Bewegung einbrachten.

Die Idee nahm Gestalt an, als der Drucker Jochen Lorenz die Routinearbeit satt hatte. Sein Job bestand darin, Fahrpläne für die Staatsbahn zu drucken – doch er sehnte sich nach mehr. Zur gleichen Zeit entwickelte der Künstler A.R. Penck seine Theorie "Vom Untergrund zum Oberground" – ein Konzept, das marginalisierte Kunst einem breiteren Publikum zugänglich machen sollte.

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1971 gründete Penck mit anderen die Künstlergruppe "Lücke", die bis 1976 bestand. Unterdessen besaß Peter Herrmann eine seltene italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die Bernhard Theilmann restauriert hatte. Diese Maschine wurde zu einem zentralen Werkzeug des entstehenden Kollektivs.

Bis 1976 waren Herrmann und Eberhard Göschel der Arbeitsgruppe des Leonhardi-Museums Dresden beigetreten. Zwei Jahre später bezog Göschel ein größeres Atelier, wodurch eine Dreizimmerwohnung frei wurde. Dieser Raum entwickelte sich zu einem Experimentierfeld und half dabei, die Dresdner Obergrabenpresse als kombinierte Druckwerkstatt, Verlag, Galerie und Künstlervereinigung zu etablieren.

Aus einer einfachen Idee wurde die Dresdner Obergrabenpresse zu einem blühenden kreativen Ort. Künstler, Drucker und Theoretiker arbeiteten Seite an Seite, nutzten alte Maschinen und gemeinsame Ateliers, um neues Schaffen hervorzubringen. Ihre Zusammenarbeit hinterließ einen bleibenden Eindruck in der Dresdner Kulturszene.

Quelle