14 April 2026, 18:11

Vonovia-Chef fordert radikale Mietpreisbremse-Reform trotz Rekordgewinnen

Zeichnung eines detaillierten architectural plans for a house with numerous windows and a roof, labeled as the first house in Germany.

Vonovia-Chef fordert Reform der Mietpreisbremse - Vonovia-Chef fordert radikale Mietpreisbremse-Reform trotz Rekordgewinnen

Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia fordert grundlegende Reform der Mietpreisbremse

Der Vorstandsvorsitzende Rolf Buch kritisiert, das aktuelle System schütze einkommensschwache Mieter unzureichend und verschärfe gleichzeitig die Wohnungsnot. Seine Äußerungen fallen mit der Vorstellung steigender Mieten und Rekordgewinnen des Konzerns für das Jahr 2022 zusammen.

Die 2015 eingeführte Mietpreisbremse sollte in Ballungsräumen übermäßige Mietsteigerungen begrenzen, indem Neuvermietungen maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Vergleichsmietspiegel liegen dürfen. Doch Buch argumentiert, die Regelung führe mittlerweile zu gegenteiligen Effekten: Sie verknappe das Wohnungsangebot und treffe damit genau diejenigen, die sie eigentlich entlasten solle.

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Unter Buchs Führung expandierte Vonovia durch Übernahmen wie Gagfah, Buwog und Deutsche Wohnen zum größten Wohnungsunternehmen Europas. Im ersten Dreivierteljahr 2022 stiegen die durchschnittlichen Mieten des Konzerns auf 8,28 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bundesweit lag der Schnitt Ende September bei 8,11 Euro pro Quadratmeter.

Gestützt auf höhere Mieteinnahmen, Zusatzerlöse aus Dienstleistungen und Immobilienverkäufe kletterte der Nettogewinn auf rund 3,4 Milliarden Euro – ein deutlicher Umschwung gegenüber dem Verlust von 592 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2021. Buch, der das Unternehmen zum Jahresende verlässt, wird von Luka Mucic abgelöst, der derzeit Finanzvorstand bei Vodafone ist und zuvor in Führungspositionen bei SAP tätig war.

Während Mieten und Gewinne stark steigen, pocht Vonovia auf eine Reform der Regulierung. Der scheidende Chef betont, eine neu gestaltete Obergrenze könnte einkommensschwache Haushalte besser abschirmen, ohne die Wohnungsknappheit weiter zu verschärfen. Sein Nachfolger übernimmt ein Unternehmen, das den deutschen Mietmarkt wie kein anderes prägt.

Quelle