15 March 2026, 20:16

Viersen steht vor der Pleite: 39 Millionen Euro Defizit bis 2026 drohen

Eine Liniengrafik, die das Interesse der nationalen Schulden von der Revolution zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Informationen bereitstellt.

Viersen steht vor der Pleite: 39 Millionen Euro Defizit bis 2026 drohen

Viersen steuert auf eine sich verschärfende Finanzkrise zu: Bis 2026 droht ein Defizit von 39 Millionen Euro, und bei anhaltenden jährlichen Fehlbeträgen von 25 bis 35 Millionen könnte die Stadt bis 2031 insolvent werden. Steigende Ausgaben – vor allem im Bereich der Jugendhilfe und bei den Kreisumlagen – bringen den Haushalt an seine Grenzen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sich nun zu Wort gemeldet und warnt vor Steuererhöhungen. Stattdessen fordert sie alternative Lösungen, um die städtischen Finanzen zu stabilisieren.

Die finanziellen Probleme Viersens sind das Ergebnis jahrelang wachsender Ausgaben, insbesondere in der Jugendhilfe und bei den Pflichtabgaben an den Kreis. Ohne grundlegende Änderungen rechnet die Stadt bis mindestens 2029 mit jährlichen Minusbeträgen. Die Situation hat die IHK Nordrhein-Westfalen auf den Plan gerufen: Weitere Steuererhöhungen würden die Lage nur verschlimmern, so die Warnung.

Die IHK lehnt eine Anhebung der Grundsteuer (Typ B) oder der Gewerbesteuer ab, da höhere Abgaben die Wettbewerbsfähigkeit Viersens schwächen würden. Die Stadt hat bereits die zweithöchste Grundsteuer für Gewerbeimmobilien in ihrem IHK-Bezirk. Stattdessen schlägt die Kammer vor, mehr Gewerbegebiete auszuweisen, um Unternehmen anzuziehen und Einnahmen zu generieren.

Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die interkommunale Zusammenarbeit. Die IHK regt an, Dienstleistungen und Verwaltung mit Nachbarcommunen zu bündeln, um Kosten zu sparen. Zwar gibt es in der Region noch keine konkreten Erfolgsbeispiele für solche Kooperationen, doch die Kammer ist überzeugt, dass eine engere Abstimmung die finanzielle Belastung verringern könnte.

Viersen hat zwar einen freiwilligen Konsolidierungsplan auf den Weg gebracht, den die IHK unterstützt, doch die Personalkosten steigen weiter und untergraben die Bemühungen um einen ausgeglichenen Haushalt. Ohne strukturelle Reformen bleibt die langfristige Stabilität der Stadt gefährdet.

Die Warnungen der IHK unterstreichen die Dringlichkeit der Lage: Steuererhöhungen sind keine Option, stattdessen müssen Zusammenarbeit und Wirtschaftswachstum den Weg aus der Krise weisen. Ohne Gegenmaßnahmen könnten die prognostizierten Defizite die Stadt noch innerhalb des Jahrzehnts in die Insolvenz treiben.

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