Verlorenes Münchner Kultgemälde Schwabinger 7 kehrt in Bruckmühl zurück
Jenny KühnertVerlorenes Münchner Kultgemälde Schwabinger 7 kehrt in Bruckmühl zurück
Ein Stück Münchner Bohème-Geschichte kehrt in Bruckmühl an die Öffentlichkeit zurück. Rupert Dorrers Schwabinger 7, ein Mixed-Media-Gemälde aus dem Jahr 1963, zierte einst die Wände der berühmtesten Bar der Stadt. Nach Jahrzehnten in Privatbesitz und Depots wird es nun in einer neuen Galerie als Dauerleihgabe enthüllt.
Das Werk fängt den Geist des legendären Schwabinger 7 ein – einer Kneipe, die für ihre wilde, unkonventionelle Atmosphäre bekannt war. Seine geschichteten Texturen und die kraftvolle Komposition stehen im markanten Kontrast zum geselligen Stammtisch im Grünen Eck, einem weiteren Schwabinger Kultort, der bis heute besteht.
Rupert Dorrer schuf Schwabinger 7 während seiner Zeit in München-Schwabing. Das 140 mal 72 Zentimeter große Bild war zunächst in seinem Atelier und lokalen Galerien zu sehen, bevor es in den 1960er-Jahren in Privatbesitz überging. Über die Jahre wurde es in Häusern wie der Galerie Wolfgang Ketterer ausgestellt und 1998 als Leihgabe an die Städtische Galerie im Lenbachhaus in München gegeben.
Ein weiterer Wendepunkt in der Geschichte des Gemäldes folgte, als es in den 2010er-Jahren von der Kulturstiftung Bruckmühl erworben wurde. Jahrelang lagerte es in einem Depot in Rosenheim, bis es im Juni 2024 mit der Eröffnung des Museums Bruckmühl eine dauerhafte Heimat fand. Dort ist es nun das Herzstück der Dorrer-Sammlung.
Bevor die Bar abgerissen wurde, verwandelte Dorrer eine ihrer Wände in ein Kunstwerk. Diese Wand wurde später versteigert und landet im Denn's Biomarkt, der heute an der Stelle des alten Schwabinger 7 steht. Das Originalgemälde jedoch sicherte Galerieleiter Dorrer als Langzeitleihgabe für Bruckmühl. Am Montag wird es vom Bürgermeister der Stadt offiziell der Öffentlichkeit präsentiert.
Das Bild hängt nun in Bruckmühl, weit entfernt von seinen Schwabinger Wurzeln. Seine neue Präsentation markiert das Ende einer langen Reise durch Privatbesitz und Museumsdepots. Besucher können es sowohl als Relikt von Münchens rebellischer Vergangenheit als auch als Symbol dafür betrachten, wie die Zeit kulturelle Wahrzeichen umformt.