Verlage reformieren Pressevertrieb – Großhändler klagen gegen FFF-Allianz
Juan AdlerVerlage reformieren Pressevertrieb – Großhändler klagen gegen FFF-Allianz
Ein Bündnis führender deutscher Verlage hat mit der FFF-Allianz eine grundlegende Reform der Presseverteilung auf den Weg gebracht. Das Vorhaben sieht vor, die Zahl der Großhandelspartner zu verringern und die Abläufe zu zentralisieren. Mehrere Großhändler wehren sich nun gerichtlich gegen diese Pläne.
Zur FFF-Allianz zählen Verlage wie Axel Springer, die Bauer Media Group und die Süddeutsche Zeitung. Ihr Konzept zielt darauf ab, die bisherigen 13 regionalen Großhändler bis Ende 2026 durch einen zentralen Großhändler zu ersetzen: die Presse-Grosso-Allianz (PGA). Nur vier Unternehmen – 4Press, Qtrado, PVG und Trunk – behalten ihren Status als „Systempartner“, während die übrigen zu reinen Logistikdienstleistern werden sollen.
Das Landgericht Dortmund wies kürzlich Eilanträge der Firmen PDG und Lütkemeyer gegen die Kündigung ihrer Verträge durch die Verlage ab. Beide Unternehmen kündigten an, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um ihre Position im Vertriebsnetz zu verteidigen. Auch andere Großhändler wie Jost, Mietke, PGSW und Grossounion Nord haben bereits Klage eingereicht.
Der Bundesverband Presse-Grosso will die Umstrukturierung bis Sommer 2023 durch gerichtliche Schritte blockieren. Das Bundeskartellamt hingegen hat mitgeteilt, vorerst nicht einzugreifen – vor allem, weil die FFF-Allianz ihre ursprünglichen Pläne nachgebessert hat.
Die Neuordnung durch die FFF-Allianz könnte das deutsche Pressevertriebssystem nachhaltig verändern. Die anstehenden Rechtsstreitigkeiten der betroffenen Großhändler könnten die Umsetzung jedoch verzögern oder sogar verändern. Ob das zentralisierte PGA-Modell wie geplant bis 2026 Realität wird, bleibt damit vorerst offen.
