Unbekannte Liebesbriefe zeigen Brian Jones als fürsorglichen Rolling Stone vor dem Ruhm
Mara VogtUnbekannte Liebesbriefe zeigen Brian Jones als fürsorglichen Rolling Stone vor dem Ruhm
Eine Sammlung von Briefen, die eine Liebesbeziehung zwischen Rolling-Stones-Gründer Brian Jones und einer Londoner Verkäuferin dokumentiert, könnte bei einer Auktion für mehrere tausend Euro den Besitzer wechseln. Die handschriftlichen Notizen gewähren einen seltenen Einblick in das Leben des Musikers, noch vor seinen späteren Krisen. Die Briefe wurden nach ihrem Tod von dem Sohn der Verkäuferin in einer Schublade versteckt entdeckt.
Sylvia arbeitete 1964 in einem Bekleidungsgeschäft, als sie begann, Zeit mit den Rolling Stones zu verbringen. In ihren Briefen beschreibt sie Jones als fürsorglichen Menschen, der ihr Geschenke mitbrachte und Zettel mit liebevollen Botschaften wie „Hi love! Brian hier“ unterzeichnete. Ein Brief lässt darauf schließen, dass er sich in ihrer Wohnung aufhielt – ein Hinweis auf ihre enge Beziehung.
Die Korrespondenz zeichnet zudem ein lebendiges Bild der Epoche. Sylvia schrieb über Partys in Mick Jaggers Wohnung, Nächte mit Popstars und die Pläne der Band für ihre erste Amerika-Tournee. In einem anderen Brief erwähnt sie den Schauspieler Roger Moore, den sie zuvor in ihrem Laden bedient hatte, bevor sie Zugang zur Musikszene fand.
Das Archiv umfasst Briefe und Schnappschüsse, die noch vor der Mythisierung der Gegenkultur der 1960er-Jahre entstanden. Stattdessen bieten sie einen zeitgenössischen Bericht über die Band am Vorabend ihres weltweiten Ruhms – mit Jones als „Junge von nebenan“, nicht als die zerrissene Persönlichkeit, zu der er später wurde.
Die Sammlung könnte bei der Versteigerung zwischen 1.850 und 2.500 Euro einbringen. Sie bietet Historikern und Fans einen persönlichen, unverfälschten Blick auf Brian Jones in einer entscheidenden Phase seiner Karriere. Die Briefe bleiben eine greifbare Verbindung zu den frühen Tagen einer der legendärsten Rockbands aller Zeiten.






