16 April 2026, 00:16

Thalia übernimmt Teile der insolventen Stein Media Group nach Kartellamts-Freigabe

Altes deutsches Regierungspapier mit gedrucktem Text und numerischen Zahlen.

Thalia übernimmt Teile der insolventen Stein Media Group nach Kartellamts-Freigabe

Thalia Bücher GmbH erhält Zustimmung für Übernahme zentraler Teile der angeschlagenen Stein Media Group

Das Bundeskartellamt hat am 18. November grünes Licht gegeben: Die Thalia-Tochter Lehmanns Media darf Vermögenswerte des insolventen Unternehmens übernehmen. Im Mittelpunkt des Deals steht ein spezialisierter Nischenbereich des Buchhandels – die Informationsdienste –, in dem der Wettbewerb weiterhin hart bleibt.

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Die Übernahme folgt auf die Insolvenzanmeldung der Stein Media Group im September 2023. Seitdem fragen sich viele, wie es bei dem traditionsreichen Unternehmen zu dieser Krise kommen konnte und welche Veränderungen die Übernahme mit sich bringen wird.

Die Stein Media Group, zu der auch die historische A. Stein'sche Buchhandlung in Werl gehört, war in diesem Jahr in finanzielle Schieflage geraten. Die Insolvenz veranlasste Thalia, Deutschlands größte Buchhandelskette, über ihre Tochter Lehmanns Media ein Angebot abzugeben.

Das Bundeskartellamt prüfte die Übernahme sorgfältig, bevor es sie genehmigte. Andreas Mundt, Präsident der Behörde, betonte zwar, dass Thalia den allgemeinen Buchmarkt dominiere, doch im Bereich der spezialisierten Informationsdienste spielten Direktverträge zwischen Verlagen und Kunden nach wie vor eine bedeutende Rolle. Dieser – wenn auch kleinere – Markt bleibe wettbewerbsintensiv, mit mehreren starken Akteuren in Deutschland.

Thalia betreibt rund 570 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie einen eigenen Online-Shop. Mit der Übernahme baut das Unternehmen seine Präsenz im professionellen und akademischen Buchvertrieb weiter aus – einem Segment, in dem Lehmanns Media bereits aktiv ist.

Ungewiss bleibt die Zukunft der Stein'schen Buchhandlung unter neuer Führung. Die Übernahme wirft Fragen zur Jobsecurity der Mitarbeiter auf und dazu, wie der Betrieb in Thalias größeres Filialnetz integriert werden soll.

Der Deal markiert einen bedeutenden Wandel für die verbleibenden Vermögenswerte der Stein Media Group. Thalias Expansion in den Bereich der spezialisierten Informationsdienste festigt seine Position in einem Markt, in dem Verlage weiterhin direkt an Kunden verkaufen. Die Freigabe durch das Bundeskartellamt ebnet den Weg für die Transaktion – doch die langfristigen Auswirkungen auf die Stein'sche Buchhandlung und ihre Belegschaft bleiben abzuwarten.

Quelle