15 March 2026, 04:08

Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur der 1960er wurde

Ein gerahmtes Plakat zum 70. Jahrestag des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einem zentralen Bild einer Gruppe von Menschen umgeben von Text und Zahlen.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur der 1960er wurde

1966 brachte die DDR Steffi auf den Markt – eine Modepuppe, die sich speziell an Jugendliche richtete. Als ostdeutsche Alternative zu westlichen Puppen wie Barbie oder Petra entwickelte sie sich schnell zu einem kulturellen Symbol. Hergestellt in einem volkseigenen Betrieb, erwirtschaftete die Puppe sogar Devisen durch Exporte.

Entworfen wurde Steffi von der Designerin Margot Schmied, die sie nach ihrer eigenen Tochter benannte – eine Parallele zu Barbie-Schöpferin Ruth Handler, die ihrer Puppe ebenfalls den Namen ihrer Tochter gab. Optisch setzte sich die DDR-Version mit einem reiferen, damenhaften Erscheinungsbild ab: dicke Eyeliner und grünlich-blaue Lidschatten spiegelten die Modetrends der 1960er-Jahre wider.

Gefertigt wurde die Puppe in Waltershausen, einer Stadt mit langer Spielwarenradition, in der VEB Puppenfabrik Biggi. Zwischen 1968 und 1979 gab es sie mit zwölf verschiedenen Berufsoutfits – darunter Ärztin, Krankenschwester, Stewardess, Lehrerin und sogar Kosmonautin. Anders als Barbie zu jener Zeit wurde Steffi zudem in verschiedenen Hauttönen produziert, was sie vielfältiger machte.

Ihr hochwertiges Kunsthaar knickte nicht so schnell, was bei Eltern und Kindern gleichermaßen beliebt war. Nach dem Ende der Produktion lebte Steffi in Museen, Privatsammlungen und nostalgischen Erinnerungen weiter. Heute erzielen gut erhaltene Exemplare mit originalem Zubehör Preise zwischen 20 und 200 Euro.

Die moderne Steffi LOVE-Puppe der Simba-Dickie-Gruppe hat mit dem DDR-Original nichts gemein.

Steffi bleibt ein Stück DDR-Geschichte – erinnert an ihren einzigartigen Stil und ihr fortschrittliches Design. Sammler schätzen sie bis heute, sowohl wegen ihrer kulturellen Bedeutung als auch ihrer handwerklichen Qualität. Ihr Erbe lebt fort, lange nachdem sie die Spielwarenregale verlassen hat.

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