20 April 2026, 12:11

Sexismus-Vorwürfe erschüttern ARD-Literatursendung Druckfrisch – was steckt dahinter?

Plakat mit der Aufschrift "Toiletten sind genderneutral" zum Thema Geschlechtergerechtigkeit in Toiletteneinrichtungen.

Sexismus-Vorwürfe erschüttern ARD-Literatursendung Druckfrisch – was steckt dahinter?

Eine Debatte über Sexismus umgibt die Literatursendung Druckfrisch des ARD, nachdem die scharfe Kritik an ihrem Moderator Denis Scheck hochgekocht ist. Die Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy warfen ihm öffentlich vor, seine Rezensionen seien unfair und diskriminierend. Der Sender verteidigte zwar die Sendung, räumte aber ein, dass es Bedenken hinsichtlich des Tons gebe.

Ausgelöst wurde die Kontroverse durch Schecks Besprechungen von Büchern der beiden Autorinnen in seiner regelmäßigen Rubrik Top Ten, in der er oft schonungslos urteilte und Werke pauschal abwertete. Passmann bezeichnete seine Kritik an ihrem Werk als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Von Kürthy griff das Thema später in einem Essay für Die Zeit auf und hinterfragte die Fairness seiner Herangehensweise.

Der ARD betonte, dass das Geschlecht bei der literarischen Bewertung in Druckfrisch keine Rolle spiele, und distanzierte sich ausdrücklich von Frauenfeindlichkeit in der Sendung. Eine interne Prüfung ergab zudem, dass Scheck in der jüngsten Folge mehr Bücher von Autorinnen lobte als kritisierte.

Doch die Kritik blieb nicht auf die betroffenen Schriftstellerinnen beschränkt: Die Autorin Elke Heidenreich warf dem ARD vor, Schecks Rezensionsstil zu ermöglichen. Scheck selbst beharrte darauf, dass es ihm allein um die Bücher gehe – nicht um ihre Autor:innen oder Leser:innen.

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Der Streit zeigt die Spannung zwischen scharfer Literaturkritik und dem Vorwurf der Voreingenommenheit. Der ARD bekräftigte zwar sein Bekenntnis zu fairen Bewertungen, hält aber am Format der Sendung fest. Wie sich die Auseinandersetzung auf künftige Rezensionen in Druckfrisch auswirken wird, bleibt abzuwarten.

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