07 June 2026, 12:07

Selbstbestimmungsgesetz: 25.000 Geschlechtsänderungen – doch Missbrauch sorgt für Debatte

Standesaemter sollen Missbrauch stoppen

Selbstbestimmungsgesetz: 25.000 Geschlechtsänderungen – doch Missbrauch sorgt für Debatte

Seit Inkrafttreten des Selbstbestimmungsgesetzes im November 2024 haben in Deutschland über 25.000 Menschen ihr Geschlecht rechtlich ändern lassen. Das von der Ampelkoalition beschlossene Gesetz verzichtet auf Gutachten – stattdessen genügt eine einfache Erklärung beim Standesamt. Nun fordern drei Ministerinnen Nachbesserungen, um Missbrauchsfälle zu verhindern.

Das aktuelle Gesetz sieht keine explizite Möglichkeit vor, dass Standesämter Anträge auf Geschlechtsänderung ablehnen – selbst bei Verdacht auf Missbrauch. Dies führte zu prominenten Fällen, darunter ein Polizist in Nordrhein-Westfalen, der sein Geschlecht änderte, um seine Beförderungschancen zu erhöhen. Der Versuch scheiterte, der Beamte musste sich später einem Disziplinarverfahren stellen.

Ein weiterer umstrittene Fall betrifft den Neonazi Sven Liebich, der seinen Namen rechtlich in Marla-Svenja Liebich ändern ließ. Berichten zufolge sollte dies den Weg in eine Frauenhaftanstalt ebnen. Doch selbst eine erschlichene Geschlechtsänderung garantiert nicht automatisch die gewünschte Unterbringung.

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Als Reaktion schlagen die Ministerinnen eine Gesetzesänderung vor, die Standesämtern in offensichtlichen Missbrauchsfällen die Ablehnung von Anträgen ermöglichen soll. Verdächtige Fälle könnten an ein Gericht oder eine zentrale Prüfstelle verwiesen werden. Ziel ist es, das Vertrauen in das Gesetz zu stärken, ohne das Prinzip der Selbstbestimmung infrage zu stellen.

Die geplanten Anpassungen sollen Auswüchse verhindern, ohne die grundlegenden Rechte des Gesetzes zurückzunehmen. Bei Annahme der Änderungen erhielten Standesämter klarere Befugnisse, um Geschlechtsänderungen in evidenten Missbrauchsfällen zu blockieren. Zudem würde ein formelles Prüfverfahren für strittige Erklärungen eingeführt.

Quelle