11 April 2026, 20:10

Regionalverkehr in Deutschland kämpft um finanzielle Überlebenschancen bis 2026

Offenes Buch mit detaillierten Zeichnungen und Text eines Bahnsystems, einschließlich einer Illustration einer Bahnschiene.

Regionalverkehr in Deutschland kämpft um finanzielle Überlebenschancen bis 2026

Regionalverkehr in Deutschland steht unter wachsendem Finanzdruck

Die regionalen Bahnverbindungen in Deutschland sehen sich steigenden Kosten und stockender Finanzierung gegenüber. Ein entscheidendes Urteil zu Trassengebühren, das bis Mitte 2026 erwartet wird, könnte einige Betreiber an den Rand der Insolvenz drängen. Zudem könnte das Ergebnis die Kostenschere zwischen Zügen und Bussen weiter öffnen – letztere bleiben weiterhin mautfrei.

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Das deutsche Bahnsystem durchlief tiefgreifende Veränderungen, als die Bundes- und Landesbahnen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurden. Seither liegt die Verantwortung für den Regionalverkehr bei den Bundesländern. Doch die Förderung dieser Strecken hielt nicht mit der Inflation Schritt, was die Betreiber in die Zange nimmt.

Jeder Zug, der die Bundesschienen nutzt – auch im Regionalverkehr –, muss Infrastrukturgebühren entrichten. Busse hingegen zahlen keine solchen Abgaben und genießen damit einen klaren Kostenvorteil. Die Bundesregierung erwartet nun von der DB InfraGo, dass sie die Modernisierung der Strecken finanziert, was die Trassenpreise weiter in die Höhe treiben könnte.

Die steigenden Ausgaben zwingen bereits zu harten Entscheidungen: 2021 meldete Abellio in Deutschland Insolvenz an und begründete dies mit nicht mehr tragbaren Kosten. National Express zog sich vom Betrieb der Strecke Aachen–Hamm zurück und forderte bessere Vertragsbedingungen. Gleichzeitig verpachten staatliche Unternehmen Rollmaterial an die Betreiber, was die finanzielle Belastung zusätzlich verschärft.

Das Deutschland-Ticket, ein Pauschalfahrschein für den Nahverkehr, ist zwar bis 2030 gesichert – mit inflationsabhängigen Preisanpassungen ab 2027. Doch ohne Obergrenze für die Trassengebühren drohen dem Regionalverkehr weitere Kürzungen oder gar der Kollaps.

Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zu den Trassengebühren wird die Zukunft des deutschen Regionalverkehrs prägen. Fällt die Deckelung weg, könnten viele Betreiber um ihre Existenz kämpfen, was zu Einschränkungen im Angebot führen würde. Das Urteil wird auch zeigen, ob die Bahn gegenüber den günstigeren, mautfreien Busalternativen wettbewerbsfähig bleiben kann.

Quelle