Rechtsextreme sagen Heiligabend-Kundgebung in Münster überraschend ab
Rechtsextreme Kundgebung in Münster an Heiligabend abgesagt
Eine geplante Demonstration der rechtsextremen Szene in Münster am Heiligabend wurde abgesagt. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit den anhaltenden Streitigkeiten um das Grab des Neonazis Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt in Dortmund. Unterdessen bleibt eine Gegenkundgebung des Bündnisses „Kein Meter den Nazis“ für denselben Tag wie geplant angesetzt.
Rechtsextremisten hatten für den 24. Dezember einen Aufmarsch in Münster angemeldet. Ihre Demonstration war Teil einer Reihe von Versammlungen in diesem Jahr vor dem Oberverwaltungsgericht, wo die juristischen Auseinandersetzungen um Borchardts Grab weiterlaufen. Die Dortmunder Behörden verweigern eine gekennzeichnete Grabstätte für Borchardt, da sie befürchten, diese könnte zu einer neonazistischen Pilgerstätte werden.
Allein 2023 hatten Neonazis und Rechtsextreme aus Dortmund drei Kundgebungen in Münster abgehalten. Diesmal zogen die Organisatoren ihre Anmeldung jedoch noch vor der Veranstaltung zurück. Carsten Peters, Sprecher von „Kein Meter den Nazis“, behauptete, die geplante Gegenkundgebung habe eine Rolle bei dieser Entscheidung gespielt. Das Bündnis begrüßte zwar den Rückzug, bestätigte aber, dass die eigene Demonstration wie vorgesehen stattfinden werde.
Mit der Absage bleibt nun nur noch die antifaschistische Kundgebung für Heiligabend angemeldet. Die Haltung der Stadt Dortmund zu Borchardts Grab bleibt unverändert – sie blockiert weiterhin jeden Versuch, einen dauerhaften Treffpunkt der rechtsextremen Szene zu schaffen. Die gerichtlichen Verfahren zu dieser Frage laufen weiter vor dem Oberverwaltungsgericht.






