RAW-Gelände in Berlin: Räumungsklagen bedrohen legendären Kulturort und Club Cassiopeia
Mara VogtRAW-Gelände in Berlin: Räumungsklagen bedrohen legendären Kulturort und Club Cassiopeia
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bedeutenden Kulturzentrums, steht auf dem Spiel. Nach ergangenen Räumungsklagen – unter anderem gegen den Club Cassiopeia – müssen einige Mieter das Gelände bereits ab nächster Woche verlassen. Die Proteste gegen die Pläne nehmen zu.
Das RAW-Gelände blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Ursprünglich als Wartungsdepot für Reichsbahn-Züge genutzt, entwickelte es sich zu einem lebendigen Ort mit Clubs, Bars und kulturellen Veranstaltungen. Heute beherbergt es Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen, einen Weihnachtsmarkt und einen Flohmarkt.
Im Mittelpunkt des Streits steht der Antrag der Kurth-Gruppe auf beschleunigte Baugenehmigungen für Wohnraum. Bereits im Januar hatten Senat und Bezirk diesen Antrag abgelehnt. Uneinig ist man sich vor allem darüber, wie viele Wohnungen entstehen sollen und wie viele historische Hallen erhalten bleiben müssen.
Dutzende Demonstranten versammelten sich vor den Büros der Kurth-Gruppe und forderten, das Gelände als Kulturstandort zu bewahren. Die Organisatoren haben zudem eine Petition gestartet, die am kommenden Freitag dem Senat überreicht werden soll. Darin wird das Unternehmen aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Ohne eine Lösung droht der Verlust eines der wichtigsten Berliner Kulturorte. Sollte es keine Einigung geben, müssten der Club Cassiopeia und andere Einrichtungen das RAW-Gelände bald verlassen. Die Petition soll die Kurth-Gruppe unter Druck setzen, um weitere Gespräche zu erzwingen.
