Pionier der Herzforschung: Gerd Assmann hinterlässt ein revolutionäres Erbe
Mara VogtPionier der Herzforschung: Gerd Assmann hinterlässt ein revolutionäres Erbe
Professor Dr. Gerd Assmann, eine prägende Persönlichkeit der Lipid- und Arterioskleroseforschung, ist verstorben. Seine Arbeit revolutionierte die Art und Weise, wie Ärzte weltweit das Risiko für Herzerkrankungen bewerten. Über Jahrzehnte hinweg prägte er die klinische Forschung in Deutschland und darüber hinaus.
Assmann, in Deutschland geboren und aufgewachsen, studierte Medizin in Köln, Freiburg und Düsseldorf. Später forschte er an der Universität Köln sowie am National Heart and Lung Institute in Bethesda, USA. Ein entscheidender Wendepunkt seiner Karriere war die Berufung zum Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin an der Universität Münster.
Dort gründete er zudem das Leibniz-Institut für Arterioskleroseforschung. Unter seiner Leitung entdeckten Wissenschaftler zentrale molekulare Prozesse des Lipidstoffwechsels und der Arteriosklerose. Sein einflussreichstes Projekt, die PROCAM-Studie, wurde zur Grundlage der modernen kardiovaskulären Risikovorhersage. Die von ihm entwickelten Algorithmen ermöglichten es Ärzten, individuelle Herz-Kreislauf-Risiken mit weitaus größerer Genauigkeit vorherzusagen.
Als äußerst produktiver Forscher veröffentlichte Assmann über 1.000 wissenschaftliche Arbeiten. Seine Beiträge machten ihn zu einem der weltweit meistzitierten Experten auf seinem Gebiet. Im Jahr 2001 gründete er die Assmann-Stiftung für Prävention, um das öffentliche Gesundheitsbewusstsein zu stärken. Die Kampagne der Stiftung "Deutschland checkt sein Herzalter" hat seitdem mehr als 840.000 Teilnehmer erreicht.
Sein Erbe umfasst bahnbrechende Studien, weit verbreitete Risikobewertungstools und einen nachhaltigen Einfluss auf die gesundheitliche Aufklärung. Seine Forschung prägt bis heute das Verständnis und die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die wissenschaftliche Gemeinschaft gedacht seiner als Pionier der Lipidstoffwechselforschung und der präventiven Medizin.






