07 May 2026, 04:09

NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittlungen mit OSINT-Offensive und neuen Spezialteams

Gruppe von Polizisten, die an einem Tisch während einer Schulung sitzen, mit Mobiltelefonen und anderen Gegenständen auf dem Tisch, in einem Raum mit Fenstern und Deckenbeleuchtung.

NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittlungen mit OSINT-Offensive und neuen Spezialteams

Nordrhein-Westfalens Polizei rüstet sich digital auf: Großangelegter Ausbau von Open-Source-Intelligenz (OSINT)

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Ermittlungskompetenzen mit einem massiven Ausbau im Bereich Open-Source-Intelligenz (OSINT). Das Vorhaben umfasst erweiterte Teams, spezialisierte Schulungen und ein neues Online-Programm, um Beamte mit den notwendigen Werkzeugen auszustatten, um öffentlich zugängliche Daten zu sammeln und auszuwerten.

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Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat unter der Leitung von Fabian Coenen seine OSINT-Aktivitäten deutlich ausgebaut. Der 42-jährige Leiter der Unterabteilung 22.2 baute sein einst nur aus zwei Personen bestehendes Team auf 16 Spezialisten aus – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler –, die sich auf politisch motivierte Kriminalität konzentrieren. Die Erweiterung ist Teil des Projekts „Digitale Streife“ und umfasste die Einstellung von zehn weiteren Beamten: Sechs davon verstärken Coenens Einheit, fast 100 weitere wurden auf sechs regionale Behörden verteilt.

Ausbildung als zentraler Baustein Eine Schlüsselrolle im Projekt spielt Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Ausbilder beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Er leitet die OSINT-Schulungen für neue LKA-Mitarbeiter und regionale Beamte. Sein gemeinsam mit anderen Experten entwickeltes Online-Programm stellt sicher, dass die Teilnehmer nicht nur effektiv arbeiten, sondern auch rechtliche Grenzen einhalten.

Zu den neuen Kräften gehört Laura Ellrich, 28, die 2022 in den Staatsschutz des LKA eintrat und im vergangenen Herbst zu Coenens OSINT-Team wechselte. Die sechs spezialisierten „Digitalen Streifen“-Einheiten unterstützen nun bei allgemeinen OSINT-Recherchen und liefern bei dringenden Fällen der nationalen Sicherheit schnelle Einsatzhilfe.

Digitaler Wandel in der Polizeiarbeit Die Initiative spiegelt einen grundlegenden Wandel wider: Frei zugängliche Online-Daten – von sozialen Medien bis zu öffentlichen Registern – werden für Ermittlungen immer entscheidender. Mit der OSINT-Offensive festigt Nordrhein-Westfalen seine Fähigkeit, digitale Bedrohungen zu bekämpfen. Durch erweiterte Teams, standardisierte Schulungen und den Fokus auf rechtssichere Methoden will die Polizei in einem sich ständig wandelnden digitalen Umfeld die Oberhand behalten. Das Programm stellt sicher, dass Beamte sowohl Routine-Recherchen als auch hochsensible Sicherheitsoperationen professionell bewältigen können.

Quelle