Neuer Ansatz spart Milliarden: Gemeinsame Netzanschlüsse für Solar- und Windkraft revolutionieren Stromnetze
Juan AdlerNeuer Ansatz spart Milliarden: Gemeinsame Netzanschlüsse für Solar- und Windkraft revolutionieren Stromnetze
Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln hat einen neuen Ansatz zur Steigerung der Netzeffizienz vorgeschlagen. Kern der Idee ist die gemeinsame Nutzung von Netzanschlusspunkten für Solar-, Windenergie- und Batteriespeicheranlagen. Deutschlands neues „Solarspitzen-Gesetz“ unterstützt diesen Vorschlag nun offiziell.
Bisher werden Erneuerbare-Energien-Anlagen nach ihrer Nennspitzenleistung an das Netz angeschlossen. Dies führt häufig zu einer ungenutzten Netzkapazität und Energieverlusten durch Abregelung. Batteriespeicher, die hinter dem Netzverknüpfungspunkt installiert werden, könnten diese Verschwendung verringern.
Das Institut schlägt vor, Solar- und Windkraftanlagen an gemeinsamen Netzanschlusspunkten zu bündeln. Dadurch ließen sich jährlich bis zu 1,8 Milliarden Euro an Netzerweiterungskosten einsparen. Zwar könnte es bei geteilten Anschlüssen häufiger zu Abregelungen kommen, doch bliebe ein Nettoeffizienzgewinn von rund 800 Millionen Euro pro Jahr.
Netzbetreiber stehen bereits vor einer hohen Nachfrage nach neuen Stromleitungen für den Anschluss Erneuerbarer Energien. Der Ausbau der Verteilnetze wird bis 2045 durchschnittliche Investitionen in Höhe von etwa 350 Milliarden Euro erfordern. Zudem braucht es neue Geschäftsmodelle, um zusätzliche Batteriespeicher für optimierte Netzanschlüsse zu finanzieren.
Gemeinsam genutzte Netzanschlusspunkte versprechen erhebliche Kosteneinsparungen und eine bessere Auslastung der bestehenden Infrastruktur. Eine effizientere Netznutzung könnte langfristig auch den Bedarf an Abregelungen verringern. Der Vorschlag passt zu Deutschlands Bestrebungen, die Integration Erneuerbarer Energien effizienter zu gestalten.
