29 March 2026, 18:16

Neue Bühne Senftenberg: Künstlerischer Leiter Daniel Ris muss 2027 trotz Erfolgen gehen

Außenansicht des Hockey Hall of Fame in New York City, mit Glasfenstern, Text auf dem Gebäude, einem Baum links und einem sichtbaren Himmel.

Neue Bühne Senftenberg: Künstlerischer Leiter Daniel Ris muss 2027 trotz Erfolgen gehen

Daniel Ris, der künstlerische Leiter der Neuen Bühne Senftenberg, hat das Theater in den vergangenen drei Jahren grundlegend verändert. Mit mutigem Programm und einer klaren Haltung gegen rechtsextreme Politik zog er mehr Zuschauer an und steigerte die Einnahmen. Doch trotz dieser Erfolge wird sein Vertrag 2027 nicht verlängert.

Die Entscheidung trifft Ris frustriert, doch er bleibt konzentriert – auf seine vierte Spielzeit und mögliche neue Aufgaben anderswo.

Seit seinem Amtsantritt 2021 prägte Ris die Neue Bühne Senftenberg nachhaltig. Unter seiner Führung gewann das Haus wieder regionale Strahlkraft, wie einst zu DDR-Zeiten. Die Saisoneröffnungen entwickelten sich zu Großereignissen, lockten größere Besucherzahlen und steigerten die Eigenmittel des Theaters.

Ein Höhepunkt war eine Aufführung in der Niederlausitzhalle, einem 1959 erbauten Veranstaltungsort, der nun für 35 Millionen Euro saniert werden soll. Die Produktion verband Unterhaltung mit einer scharfen Debatte über die Sportkultur der DDR. Regisseur Kajetan Skurski begann mit nostalgischen Tönen, stellte aber bald die blinde Verfolgung sportlicher Erfolge infrage.

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Ris selbst ist für seine unmissverständliche Ablehnung rechtsextremer Ideologien bekannt – ein Thema, das er auch bei öffentlichen Auftritten immer wieder anspricht. Doch nicht alle teilen seine Haltung. Im März 2023 erfuhr er, dass sein Fünfjahresvertrag nicht verlängert wird. Offiziell wurden Bedenken an seinem Führungsstil, strukturelle Probleme und ein finanzielles Defizit von 250.000 Euro genannt – konkrete Reformvorschläge blieben jedoch aus. Eine Trennung von künstlerischer und kaufmännischer Leitung ist nicht geplant; Stadt und Landkreis haben stattdessen einfach eine neue Stellenausschreibung für seine Position veröffentlicht.

Trotz des Rückschlags blickt Ris nach vorn: Er bereitet seine vierte Spielzeit vor und bewirbt sich parallel auf andere Positionen. Das Theater hingegen steht vor einer ungewissen Zukunft, während die Suche nach einem Nachfolger beginnt.

Die Entscheidung, Ris zu ersetzen, geht ohne klare strukturelle Änderungen vonseiten der Senftenberger Stadtverwaltung oder des Landkreises Oberspreewald-Lausitz einher. Sein Abschied hinterlässt ein Theater, das wieder regionale Bedeutung erlangt hat – das sich nun aber an eine neue Führung anpassen muss. Der nächste Intendant übernimmt ein revitalisiertes Haus – und die Herausforderung, den aktuellen Aufschwung zu halten.

Quelle