11 April 2026, 20:10

Münster-Mitte: Bürgerinitiative stoppt Umbenennung von NS-Straßennamen

Alte Ansichtskarte von Hannover, Deutschland, die eine Stadtstraße mit Gebäuden, Straßenlaternen, Lichtern, Fußgängern und einem Himmel zeigt, mit Text und einer Briefmarke unten.

Münster-Mitte: Bürgerinitiative stoppt Umbenennung von NS-Straßennamen

Bürgerinitiative in Münster-Mitte erzwingt Überprüfung von fünf Straßenbezeichnungen aus der NS-Zeit

Eine Bürgerinitiative im Stadtteil Münster-Mitte hat erfolgreich eine Neubewertung von fünf Straßennamen durchgesetzt, die mit der Zeit zwischen 1933 und 1945 in Verbindung stehen. Die Kampagne sammelte über 6.000 Unterschriften und zwang den Bezirksrat damit, seine Umbenennungspläne zu überdenken. Eine endgültige Entscheidung fällt am 11. November – sollte der Rat an seinem ursprünglichen Vorschlag festhalten, droht eine Bürgerabstimmung.

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Das Verfahren zur Prüfung von Straßennamen aus der NS-Zeit hatte bereits 2020 begonnen. Seither arbeitete der Rat daran, die Entscheidungsprozesse zu vereinheitlichen. Im September 2024 verabschiedete er einheitliche Richtlinien für öffentliche Gedenkpraxis, um Transparenz bei Umbenennungen zu gewährleisten.

Anwohner aus Münster-Mitte starteten daraufhin eine Petition für die Beibehaltung der bestehenden Namen. Die Initiative sammelte 6.071 gültige Unterschriften – deutlich mehr als die erforderliche Mindestzahl – und erfüllte damit die lokalen Voraussetzungen für eine zulässige Eingabe. Nun muss der Bezirksrat entscheiden, ob er dem Bürgerbegehren stattgibt oder die Umbenennung vorantreibt.

Lehnt der Rat die Petition ab, kommt es zu einem Bürgerentscheid. Damit dieser erfolgreich ist, müssen mindestens zehn Prozent der Bezirksbevölkerung teilnehmen, wobei eine Mehrheit für die Beibehaltung der aktuellen Namen stimmen müsste.

Die Sitzung am 11. November wird klären, ob die Straßennamen unverändert bleiben oder eine Abstimmung stattfindet. Das Ergebnis hängt entweder von der Entscheidung des Rates oder von der Beteiligung und dem Votum der Anwohner ab. Die neuen Richtlinien sollen sicherstellen, dass Münster solche historischen Gedenkfragen künftig fair und nachvollziehbar regelt.

Quelle