Meerbusch glänzt mit guter Wirtschaftsnote – doch Digitalisierung hinkt hinterher
Elisa GudeMeerbusch glänzt mit guter Wirtschaftsnote – doch Digitalisierung hinkt hinterher
Meerbusch hat in der jüngsten Standortanalyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein ein durchwachsenes, aber insgesamt positives Urteil erhalten. Die alle fünf Jahre durchgeführte Studie basiert auf Rückmeldungen von rund 130 ortsansässigen Unternehmen, die zusammen etwa 3.100 Beschäftigte zählen. Während die Stadt in einigen Bereichen gut abschnitt, wiesen die Betriebe auf den Bedarf einer schnelleren Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung hin.
Im IHK-Bericht erreichte Meerbusch eine Durchschnittsnote von 2,41 – was in etwa einer "gut minus" entspricht – über verschiedene Kategorien hinweg. Besonders überzeugend schnitt die Stadt bei der "Erreichbarkeit" ab, wo sie mit der Bestnote von 1,98 bewertet wurde. Auch die kaufkraftrelevante Einzelhandelsstärke lag deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Die Beschäftigtenzahlen zeigen ein stetiges Wachstum: Zum 30. Juni 2024 waren 14.093 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gemeldet – ein Anstieg von 52,4 Prozent seit 1999. Die Arbeitslosenquote in Meerbusch blieb 2024 mit 5,3 Prozent ebenfalls niedrig und lag sowohl unter dem Landesdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen als auch unter dem Kreisdurchschnitt.
Bürgermeister Christian Bommers begrüßte die Ergebnisse, räumte jedoch ein, dass es Verbesserungsbedarf gebe – insbesondere bei der Digitalisierung der öffentlichen Dienstleistungen. Die IHK empfahl zudem, den Ausbau des Gewerbegebiets Strümper zu beschleunigen und den Bau der Kreisstraße 9n voranzutreiben, um die ansässigen Unternehmen besser zu unterstützen.
Die Analyse unterstreicht die Stärken Meerbuschs als Wirtschaftsstandort, etwa durch solides Beschäftigungswachstum und überdurchschnittliche Kaufkraft. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass bei der Digitalisierung der Verwaltung und bei Infrastrukturprojekten schneller vorangekommen werden muss. Die nächsten Schritte der Stadt werden voraussichtlich darauf abzielen, diese Bereiche zu optimieren, um die wirtschaftliche Attraktivität weiter zu steigern.






