Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis – ein Zeichen gegen Lukaschenkos Repression in Belarus
Juan AdlerSp├Ąterer Karlspreis f├╝r belarussische Oppositionspolitikerin Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis – ein Zeichen gegen Lukaschenkos Repression in Belarus
Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist in Aachen mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus. Die Preisverleihung fand zwei Jahre nach der ursprünglichen Bekanntgabe statt – Kolesnikowa nahm die Auszeichnung weiterhin aus der Haft in ihrer Heimat entgegen.
Die Zeremonie erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Repression in Belarus, wo die Regierung unter Alexander Lukaschenko weiterhin oppositionelle Stimmen unterdrückt. Kolesnikowas Auftritt folgte auf ihre spätere Freilassung und Übersiedlung nach Deutschland, wo sie nun Asyl beantragt.
Kolesnikowa war 2020 nach der Führung von Massenprotesten gegen Lukaschenkos umstrittene Wiederwahl festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie wegen ihrer Rolle in den Demonstrationen. Trotz der Haft bezeichnete sie den Karlspreis als eine "enorme Ehre" und ein "kraftvolles Zeichen der Solidarität" mit belarussischen Aktivistinnen und Aktivisten.
Die Preisverleihung fand am Samstag im Aachen Krönungssaal statt. Armin Laschet, Vorsitzender des Kuratoriums, betonte, ihre Anwesenheit sende eine starke Botschaft der Unterstützung an alle Kämpfer für Demokratie in Europa. Ein weiterer Preisträger in diesem Jahr, der ehemalige italienische Ministerpräsident Mario Draghi, nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil.
Der seit 1950 verliehene Karlspreis ehrt Verdienste um die europäische Einigung. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Unterdessen bleibt Belarus unter Lukaschenkos autoritärer Herrschaft, dessen Regierung als einer der engsten Verbündeten Russlands gilt.
Menschenrechtsorganisationen wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sehen sich schweren Repressionen ausgesetzt. Die belarussischen Behörden stufen die Organisation seit März 2026 als "extremistisch" ein. Zudem leitete der Internationale Strafgerichtshof im selben Monat vorläufige Ermittlungen zu mutmaßlichen Deportationen durch das Lukaschenko-Regime ein.
Kolesnikowas Freilassung erfolgte nach Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten, wobei offizielle Details rar bleiben. Sie lebt nun in Deutschland, wo das Asylverfahren läuft. Die politische Lage in Belarus zeigt keine Anzeichen einer Entspannung – die Unterdrückung und staatliche Kontrolle unter Lukaschenkos Führung halten an.