Marathon-Theater feiert Comeback nach Pandemie-Kürzungen
Deutsche Theater bringen Marathon-Aufführungen zurück – nach Jahren mit kürzeren Stücken
Der Wandel folgt dem Pandemie-Trend, der kurze, leicht konsumierbare Produktionen begünstigte. Nun kehren immersive und ausufernde Live-Erlebnisse auf die Bühnen im ganzen Land zurück.
Das diesjährige Berliner Theatertreffen, das vom 1. bis 17. Mai stattfindet, unterstreicht die Renaissance des ultra-langen Theaters. Die Münchner Kammerspiele zeigen "Wallenstein: Ein Schlachtenfest in sieben Gängen", ein siebenstündiges Epos mit drei Pausen. Das Publikum kann sich in den Unterbrechungen verköstigen lassen – ein zusätzlicher Teil des Erlebnisses.
Der Trend ist nicht neu. Regisseurin Nora Hertlein-Hull begegnete solchen Produktionen erstmals 2007. Einer der berühmtesten Fälle bleibt Luk Percevals *"Schlachten", das 1999 beim Salzburger Festspiele ganze zwölf Stunden dauerte. Auch Berlins Volksbühne bringt "Peer Gynt" zurück, dessen erster Teil allein acht Stunden umfasste.
Während der Pandemie hatten viele Theater ihre Aufführungen gekürzt, um mit dem Unterhaltungsangebot zu Hause konkurrieren zu können. Doch nun erlebt das lange Erzählformat ein Comeback. Der Deutsche Bühnenverein führt zwar keine offiziellen Statistiken über Spieldauern, doch die Nachfrage ist unübersehbar – die Tickets für "Wallenstein" sind bereits ausverkauft.
Die Rückkehr des Marathon-Theaters deutet auf ein neu erwachtes Verlangen nach intensiven Live-Erlebnissen hin. Festivals wie das Theatertreffen gehen voran und bieten monumentale Inszenierungen, die das Durchhaltevermögen des Publikums herausfordern. Mit Stücken wie "Wallenstein" und "Peer Gynt", die die Zuschauer in Scharen anziehen, scheint der Trend gekommen, um zu bleiben.






