Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – Schulen in der Pflicht
Jenny KühnertJunge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – Schulen in der Pflicht
Eine neue Studie unterstreicht die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Konfrontation junger Menschen mit Extremismus und ihrem Verständnis von Demokratie. Immer mehr Stimmen fordern, dass Schulen politische Themen direkter angehen müssen. Die Ergebnisse zeigen zudem einen Rückgang der Unterstützung für demokratische Werte bei unter 45-Jährigen.
Laut der Untersuchung wünschen sich 76 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dass Politik im Unterricht eine größere Rolle spielt. Aktuell geben 73 Prozent an, in der Schule etwas über Demokratie zu lernen – doch nur 57 Prozent fühlen sich sicher dabei, selbstständig politische Informationen zu recherchieren. Diese Lücke deutet darauf hin, dass herkömmliche Lehrmethoden sie nicht ausreichend auf reale Herausforderungen vorbereiten.
Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt vor den Risiken, denen junge Menschen im Internet ausgesetzt sind. Extremistische Botschaften verbreiten sich über soziale Medien, Chatgruppen und sogar Gaming-Communities. Sie wies auf zunehmenden Frauenhass, Gewaltbereitschaft und Radikalisierung in diesen Räumen hin.
Die Studie identifiziert Schulen als zentralen Ort für die Vermittlung demokratischer Kompetenzen. Gleichzeitig zeigt sie, dass die politische Bildung kaum gegen den Einfluss von Online-Extremismus ankommt. Die Unterstützung für die Demokratie schwindet: Nur 47 Prozent der 14- bis 18-Jährigen und 51 Prozent der 19- bis 29-Jährigen sind mit ihrer Funktionsweise in der Praxis zufrieden.
In der Gesamtbevölkerung gelten 44 Prozent als überzeugte Demokraten, 42 Prozent als "labile Demokraten" und 8 Prozent als "Demokratiegegner". Diese Zahlen spiegeln eine weit verbreitete Verunsicherung über demokratische Werte wider.
Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit einer stärkeren politischen Bildung in Schulen. Angesichts der vielen jungen Menschen, die online mit Extremismus konfrontiert werden, braucht es laut Studie bessere Unterstützung, um sie bei der Einordnung politischer Informationen zu begleiten. Schulen bleiben ein entscheidender Ort, um demokratisches Verständnis und Widerstandsfähigkeit zu fördern.






