13 March 2026, 04:10

Jessica Krebbing übernimmt den elterlichen Milchviehbetrieb – ein Zeichen des Wandels

Ein altes Buch mit dem Titel 'Journal d'Agriculture Pratique' mit einem Farmbild auf dem Cover und darauf geschriebenem Text.

Jessica Krebbing übernimmt den elterlichen Milchviehbetrieb – ein Zeichen des Wandels

Jessica Krebbing wird die erste Frau sein, die den Milchviehbetrieb ihrer Familie in Hamminkeln, Nordrhein-Westfalen, leitet. Gemeinsam mit ihrem Mann wird sie den Hof übernehmen und dort 200 Milchkühe sowie rund hundert Kälber und Jungrinder bewirtschaften. Ihre Geschichte spiegelt einen größeren Trend wider, bei dem Frauen in der deutschen Landwirtschaft eine zunehmend wichtige, aber noch immer unterrepräsentierte Rolle spielen.

Zu Krebbings täglichen Aufgaben gehören das Füttern, Melken und Besamen der Kühe sowie das Einstreuen der Ställe und die Vorbereitung der Weide für den Frühling. Automatische Melkroboter haben die körperliche Belastung verringert und sparen Zeit auf dem Hof. Trotz dieser Fortschritte sah sich ihre Mutter, Christa Krebbing, früher mit Herausforderungen konfrontiert – oft wurde sie nicht als gleichberechtigte Partnerin im Betrieb anerkannt.

In Nordrhein-Westfalen stellen Frauen zwar über ein Drittel der Beschäftigten in der Landwirtschaft, doch nur jede neunte Farm wird von einer Frau geführt. Bundesweit sind es lediglich 11 Prozent der Betriebe, die in Frauenhand sind – bei größeren Höfen ist der Anteil noch geringer. Krebbings Hof gehört damit zu den wenigen, auf denen eine Frau die Führung übernimmt.

Auch anderswo in der Region gestalten Frauen die traditionelle Landwirtschaft um. Anne Unterhansberg überzeugte ihren Vater auf dem Buchholzhof in Mülheim, von festen Hühnerställen auf mobile Hühnerausläufe umzustellen. Mittlerweile betreibt sie zudem ein Pensionsstall für Pferde. Lea Im Brahm wiederum brachte ihre Familie vor einem Jahrzehnt dazu, Apfelbäume zu pflanzen, und half so, den Direktvermarktungsbetrieb zu modernisieren.

Krebbings Übernahme markiert einen Wandel in einem Sektor, in dem weibliche Führungskräfte – besonders auf größeren Höfen – noch immer selten sind. Während Technologie die körperliche Arbeit erleichtert und immer mehr Frauen Entscheidungen auf den Betrieben mitbestimmen, verändert sich die deutsche Landwirtschaft langsam. Doch die Zahlen zeigen weiterhin eine deutliche Lücke zwischen der Beteiligung von Frauen und ihrem Anteil an Hofübergaben.

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