17 April 2026, 02:10

Holzofen-Verbot in Kraft – doch NRW setzt es nicht konsequent um

Alte Holzofen mit Metall- und Holzkonstruktion, Schornstein, auf einem Ziegelboden mit einer Wand im Hintergrund.

Holzofen-Verbot in Kraft – doch NRW setzt es nicht konsequent um

Bundesweites Verbot stark emittierender Holzöfen ist in Kraft – doch die Umsetzung hinkt hinterher

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Seit diesem Jahr gilt in Deutschland ein bundesweites Verbot für Holzöfen mit hohen Schadstoffemissionen. Betroffen sind vor allem ältere Modelle, die übermäßig viel Feinstaub ausstoßen. Doch die Durchsetzung des Verbots bleibt lückenhaft – insbesondere in Nordrhein-Westfalen (NRW).

Die Bundesregierung hatte das Verbot bereits 2010 mit einer Novelle der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) eingeführt. Als Stichtag für das Auslaufen nicht konformer Öfen wurde der 31. Dezember 2024 festgelegt. Wer nach diesem Datum noch verbotene Modelle nutzt, muss mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Moderne Öfen verursachen deutlich weniger Schadstoffe als ältere Geräte. Laut Umweltbundesamt stößt die Wohnraumheizung mittlerweile mehr Feinstaub aus als der Straßenverkehr. Umweltschützer wie Thomas Mücher, Gründer der Initiative "Luft Köln", fordern seit Langem strengere Kontrollen, um die Luftverschmutzung zu reduzieren.

Doch in NRW fehlt es bisher an einer rechtlichen Grundlage, um das Verbot durchzusetzen. Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) bestätigte, dass Schornsteinfeger erst ab Januar 2026 nicht konforme Öfen melden werden. Bis dahin gibt es weder einen offiziellen Erlass noch verbindliche Vorgaben für den kommenden Winter.

Johannes Osing vom Städtetag NRW warnte vor einem möglichen Chaos. Er befürchtet, dass eine plötzliche Flut an Meldungen die Kommunen überlasten könnte – mit der Folge, dass Städte kaum in der Lage wären, angemessen zu reagieren.

Das Verbot für umweltschädliche Öfen ist zwar in Kraft, doch bei der Umsetzung gibt es weiterhin gravierende Lücken. Durch die Verzögerung in NRW könnten nicht konforme Modelle noch einen weiteren Winter lang betrieben werden. Ab dem nächsten Jahr sollen Schornsteinfeger die Aufgabe übernehmen, Verstöße zu identifizieren.

Quelle