25 March 2026, 22:15

Göttingens Gänseliesel wird 125 – und feiert mit einer einzigartigen Ausstellung

Ein historisches Bild einer Fontäne in einem Gewässer, umgeben von Skulpturen, Treppen und Geländern, mit Text unten: "Abbelding van & Nuurwerk, afgertaken in 'Groenhage' op 13 juni 1749".

Göttingens Gänseliesel wird 125 – und feiert mit einer einzigartigen Ausstellung

Göttingens geliebte Gänseliesel-Statue wird 125 Jahre alt – und die Stadt feiert das Jubiläum mit einer großen Ausstellung. Die Bronzefigur, die 1901 als Symbol für den Kampf von Frauen um Sichtbarkeit und Anerkennung aufgestellt wurde, ist längst zu einem lokalen Wahrzeichen avanciert. Besonders an jedem Internationalen Frauentag wird sie gefeiert, und auch in skurrilen akademischen Bräuchen spielt sie eine zentrale Rolle.

Die Geschichte der Gänseliesel begann 1897, als der Bildhauer Paul Nisse einen städtischen Wettbewerb für die Gestaltung des Brunnens gewann. Seine Schöpfung – eine junge Frau, die Gänse hütet – wurde vier Jahre später auf dem Marktplatz enthüllt. Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich zu einem mächtigen Symbol der Frauenrechte, das alljährlich am 8. März mit Blumen geschmückt wird.

Der Einfluss der Statue reichte sogar über Göttingen hinaus: Um 2020 tauchte ihr Abbild auf Fußgängerampeln in Monheim am Rhein auf – mal mit erhobenem Finger, der die Gans zum Schweigen bringt (bei Rot), mal schreitend (bei Grün). Eine Hommage an den lateinischen Spruch Nocet esse locutum ("Reden schadet").

Nun zeigt das Städtische Museum Göttingen vom 9. April bis 18. Oktober 2026 die Ausstellung "Liebt eigentlich jeder Liesel?" Die Eröffnung findet am 9. April um 18:30 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache statt. Besucher können dort den originalen Guss von 1901 neben der "Leipziger Schwester" bewundern – einer zweiten Version der Statue, die erstmals gemeinsam präsentiert wird. Ein zweisprachiger Katalog begleitet die Schau, unterstützt von den Stiftungen Niedersachsen und VGH.

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Doch die Gänseliesel ist nicht nur ein feministiques Symbol, sondern auch für den "Doktorkuss" berühmt: Seit Jahrzehnten drücken frisch promovierte Doktoranden der Statue nach ihrer Disputation einen Kuss auf – ein verspielter, aber fester Bestandteil der akademischen Tradition.

Die Ausstellung läuft bis Mitte Oktober 2026 und bietet einen tiefen Einblick in die bewegte Vergangenheit und kulturelle Bedeutung der Statue. Von ihren Anfängen als feministische Aussage bis hin zu ihrer Rolle in der akademischen Folklore bleibt die Gänseliesel ein lebendiger Teil der Göttinger Identität. Die Macher der Schau wollen sowohl ihre historischen Wurzeln als auch ihre anhaltende Strahlkraft in der Gegenwart würdigen.

Quelle