Geheimnisverrat bei Castor-Transport: Warum die Route plötzlich online stand
Jenny KühnertGeheimnisverrat bei Castor-Transport: Warum die Route plötzlich online stand
Ein geplanter Atomtransport in Nordrhein-Westfalen hat Sicherheitsbedenken ausgelöst, nachdem die geplante Route kurzzeitig online veröffentlicht wurde. Der Transport, bei dem es um Brennstäbe aus einem stillgelegten Forschungsreaktor geht, soll von Jülich zu einem Zwischenlager in Ahaus führen. Die Behörden haben inzwischen eine Drohnenflugverbotszone entlang der Strecke verhängt – doch das wirft Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen auf.
Der genaue Verlauf der bevorstehenden Castor-Behälter-Transportes war von Mittwochabend bis Donnerstag auf der Digitalen Plattform für Unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums einsehbar. Kurz darauf wurden die Angaben wieder entfernt, doch das Flugverbot bleibt vom 20. bis 27. März 2026 bestehen. Die Route selbst unterliegt eigentlich der Geheimhaltung, doch die vorübergehende Veröffentlichung lenkt den Fokus auf die Sicherheitsplanung.
Bei früheren Castor-Transporten auf ähnlichen Strecken waren umfangreiche Maßnahmen üblich: Tausende Polizisten – teils bis zu 4.500 pro Transport – wurden eingesetzt, wobei der Staat sogar Hotelbuchungen in der Nähe von Ahaus übernahm. Zudem gab es Strahlenschutzpläne für die Beamten, obwohl es keine öffentlichen Hinweise auf Proteste oder Terrorgefahren gab. Die Behälter selbst unterliegen strengen Sicherheitsauflagen, da sie potenzielle Ziele für Anschläge oder Proteste darstellen.
Unklar bleibt, warum die Route zunächst veröffentlicht und dann wieder gelöscht wurde. Die Behörden haben den Vorfall noch nicht aufgeklärt – und auch nicht, ob dadurch Risiken für die Sicherheit des Transports entstehen.
Die Flugverbotszone erstreckt sich nun über Autobahnen zwischen Jülich und Ahaus, was mit der geplanten Transportstrecke übereinstimmt. Der Transport soll Brennstäbe aus einem stillgelegten Forschungsreaktor ins Zwischenlager bringen. Während die Sicherheitsvorkehrungen weiterhin geprüft werden, steht noch aus, wie es zur Veröffentlichung der Route kam – und welche Maßnahmen künftige Pannen verhindern sollen.






