Evonik-Chef fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels – sonst droht Wettbewerbsnachteile
Juan AdlerEvonik-Chef fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels – sonst droht Wettbewerbsnachteile
Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat gefordert, das EU-Emissionshandelssystem entweder abzuschaffen oder grundlegend zu reformieren. Er behauptet, die aktuellen Regeln benachteiligten die europäische Industrie massiv gegenüber globalen Konkurrenten mit niedrigeren Kosten und stärkerer staatlicher Unterstützung.
Kullmann kritisiert, dass das bestehende System einen zentralen Schwachpunkt nicht behebt: Europa importiere weiterhin Waren aus Ländern mit deutlich höheren Emissionen. Dadurch werde jeder ökologische Nutzen zunichtegemacht, während heimische Produzenten belastet würden. Auch den geplanten CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) der EU bezeichnete er als "bürokratischen Trick" ohne echte Wirkung.
Der Vorstandschef betonte, dass sich die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dramatisch verändert hätten. Staaten würden nun zunehmend eigene Interessen in den Vordergrund stellen, während europäische Unternehmen gegen Konkurrenten mit günstigerer Energie, preiswerteren Rohstoffen und massiven staatlichen Subventionen kämpften. Ohne radikale Änderungen werde das Emissionshandelssystem die industrielle Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents weiter schwächen, warnte er.
Kullmanns Kritik kommt zu einer Zeit, in der europäische Hersteller unter dem doppelten Druck von Umweltauflagen und ausländischer Konkurrenz stehen. Sein Reformaufruf spiegelt die wachsende Verärgerung vieler Industrieführer über Politiken wider, die sie unter den heutigen wirtschaftlichen Bedingungen als undurchführbar ansehen.
Die Forderungen des Evonik-Chefs unterstreichen die tiefgreifenden Bedenken gegenüber der Klimapolitik der EU. Sollten keine Änderungen vorgenommen werden, werde die europäische Wirtschaft weiter an Boden gegenüber besser gestützten ausländischen Konkurrenten verlieren, beharrt er. Die Debatte über den Emissionshandel und den CBAM dürfte nun an Schärfe gewinnen.






