31 March 2026, 12:15

Eltern und Erzieher protestieren gegen KiBiz-Reform in NRW – "Uns fehlen die Worte"

Plakat mit der Aufschrift 'Kindermärkte sind eine nationale Bedrohung - Sollen wir die Industrie das Land fesseln lassen?' mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das eine vielfältige Gruppe von Menschen zeigt, die gemeinsam stehen.

Eltern und Erzieher protestieren gegen KiBiz-Reform in NRW – "Uns fehlen die Worte"

Proteste in Nordrhein-Westfalen gegen geplante Änderungen im Kinderbildungsgesetz (KiBiz)

In Nordrhein-Westfalen haben sich Eltern, Erzieherinnen und Kinder vor dem St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt versammelt, um gegen die geplanten Reformen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) zu protestieren. Organisiert wurde die Demonstration vom Trägernetzwerk WIR-KITAs, das auf wachsende Sorgen um die Zukunft der Kinderbetreuung in der Region aufmerksam macht. Im Mittelpunkt stehen Finanzierungslücken und Personalmangel, die die Betreuungseinrichtungen an ihre Grenzen bringen.

Unter dem Motto "Uns fehlen die Worte" kritisierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die vom Land vorgeschlagenen Neuregelungen. Viele fürchten, dass das neue System aus "Kern- und Randzeiten" die Betreuungsqualität verschlechtern wird. Steigende Energiekosten und ein Mangel an Fachkräften setzen die Kitas bereits jetzt massiv unter Druck.

Vanessa Frankenthal, Leiterin des Kindergartens, in dem die Protestaktion stattfand, warnte, dass die aktuellen Bedingungen die Erzieherinnen und Erzieher demotivieren und Kindern die nötige Förderung vorenthalten. Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, ergänzte, dass der Gesetzentwurf – sollte er umgesetzt werden – die Entwicklung ihrer Kinder beeinträchtigen könnte.

Die Landesregierung hat zwar zusätzliche 200 Millionen Euro für das kommende Kita-Jahr ab August zugesagt. Kritiker halten dies jedoch für unzureichend, um die Inflation und die tiefgreifenden strukturellen Probleme des Sektors zu bewältigen. Treten die Reformen wie geplant in Kraft, würden sie 2025 wirksam werden.

Die im Januar vorgestellte KiBiz-Reform steht bereits seit Längerem in der Kritik, weil sie die gestiegenen Kosten nicht ausreichend berücksichtigt. Träger bemängeln, dass das Finanzierungsmodell nicht mehr der Realität entspricht und die Einrichtungen mit finanziellen und personellen Engpässen alleinlässt.

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Der Protest verdeutlicht die Spannung zwischen staatlicher Förderung und den Bedürfnissen der Kita-Träger. Angesichts explodierender Energiekosten und schrumpfender Personalzahlen warnen Betreuungseinrichtungen vor einem weiteren Qualitätsverlust. Die zugesagten Mittel der Landesregierung haben die Sorgen über die langfristigen Folgen der Reformen kaum lindern können.

Quelle