Dortmunds Kaderumbruch: Warum Abgänge wie Brandt und Süle zur Strategie gehören
Juan AdlerDortmunds Kaderumbruch: Warum Abgänge wie Brandt und Süle zur Strategie gehören
Borussia Dortmund bereitet sich in diesem Sommer auf größere Umbrüche im Kader vor, da die Verträge wichtiger Leistungsträger auslaufen. Die Vereinsführung unter dem Vorsitzenden Carsten Cramer betrachtet die bevorstehenden Abgänge nicht als Rückschläge, sondern als neue Chancen. Diese Haltung entspricht der langjährigen Strategie des BVB, junge Talente zu fördern und sie später mit hohem Gewinn weiterzuverkaufen.
In den vergangenen Jahren hat sich Dortmund einen Namen damit gemacht, vielversprechende Spieler günstig zu verpflichten, sie zu entwickeln und schließlich gewinnbringend zu veräußern. Prominente Beispiele sind Jude Bellingham, der 2020 für 25 Millionen Euro kam und 2023 für 103 Millionen Euro an Real Madrid verkauft wurde, sowie Erling Haaland, der 2022 für 60 Millionen Euro zu Manchester City wechselte. Anders als Konkurrenten wie der FC Bayern München oder Bayer 04 Leverkusen – die darauf setzen, Stars wie Harry Kane zu halten oder Spieler wie Florian Wirtz langfristig zu binden – behält Dortmund seine Top-Leistungsträger selten länger als zwei bis vier Jahre. Auch die jüngsten Abgänge von Marco Reus und Mats Hummels im Jahr 2024 folgen diesem Muster.
In diesem Sommer laufen die Verträge von Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan aus, und der Verein hat sich gegen eine Verlängerung entschieden. Ihr Abschied markiert eine spürbare Veränderung im Teamgefüge. Gleichzeitig führt der aktuell von einem Kreuzbandriss genesende Mannschaftskapitän Emre Can noch Verhandlungen über einen neuen Vertrag.
Cramer betont, dass diese Entscheidungen nicht auf Unentschlossenheit, sondern auf eine proaktive Haltung des Vereins zurückzuführen seien. In der Vergangenheit warf man Dortmund vor, wichtige Personalentscheidungen zu lange hinauszuzögern – die aktuelle Führung versichert jedoch, dass die diesjährigen Schritte bewusst und zukunftsorientiert getroffen wurden.
Mit dem Abgang von Brandt und Süle wird der Kader des BVB in der kommenden Saison ein anderes Gesicht tragen. Der Verein bleibt seinem bewährten Modell treu: Talente entwickeln, gezielt Verträge verlängern und Spieler mit Gewinn weiterverkaufen. Wie sich diese Veränderungen auf die sportliche Leistung auswirken, wird sich im Verlauf der neuen Saison zeigen.






